Nachhaltige Produkte

Den Ansatz eines geschlossenen Produktkreislaufes (siehe folgende Grafik) haben wir durch klare Vorgaben und Strukturen tief in unserem Unternehmen verankert. Insbesondere durch Schadstoffarmut, Energieeffizienz, Recyclingfähigkeit und Zuverlässigkeit unserer Produkte sorgen wir für einen hohen Kundennutzen.

Informationen zum Produkt- und Leistungsangebot von Wincor Nixdorf können Sie dem Geschäftsbericht entnehmen, insbesondere den Kapiteln „Grundlagen des Konzerns“ sowie „Forschung und Entwicklung“.

Ansatz eines geschlossenen Produktkreislaufes

Wincor Nixdorf Produktkreislauf (Grafik)Wincor Nixdorf Produktkreislauf (Grafik)

Forschung & Entwicklung

Innovationen

Umweltgerechte Produktentwicklung

Die grundlegenden technischen Eigenschaften eines Produktes werden bereits in der frühen Konzeptionsphase festgelegt. Darauf aufbauend, werden in der nachfolgenden Entwicklungsphase ebenfalls ökologisch relevante Rahmenbedingungen festgelegt, wie z.B. hinsichtlich Materialauswahl, Energieeffizienz, Langlebigkeit der Bauteile, Recyclingfähigkeit und Entsorgungsfreundlichkeit. Unsere konzernweit gültige Prozessanweisung „Umwelt- und recyclinggerechte Produktentwicklung“ und die dazugehörige Checkliste ist hierfür der verbindliche Maßstab, aber auch gleichzeitig Best-Practice-Sammlung. Dabei wird die gesamte Bandbreite an internationalen rechtlichen Vorgaben und Normen berücksichtigt.

Product Carbon Footprint

Ein weiterer Schritt hin zur ökologischen Optimierung von Produkten ist die Durchführung und Auswertung von Öko-Bilanzierungen, wie beispielsweise die Ermittlung des Product Carbon Footprint. Hierbei werden die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres gesamten Lebenszyklus (Produktion, Nutzungsphase und Entsorgung) analysiert und in Form von klimaschädlichen CO2-Emissionen dargestellt. Aus den Ergebnissen lassen sich sehr genau Rückschlüsse ziehen, wo ein Produkt verändert werden sollte, um es ökologisch zu optimieren. Wincor Nixdorf ist davon überzeugt, dass die Ermittlung, Bewertung und Berücksichtigung dieser Zusammenhänge zu verbesserten Produkten führt.

Aus diesem Grund wurde im Berichtsjahr 2014/2015 eine zentrale Stelle im „Competence Center Environmental“ für die Bilanzierung des Carbon Footprint von unseren Produkten geschaffen. Ihre Aufgabe ist es, den Carbon Footprint unseres gesamten Produktportfolios zu analysieren und die Ergebnisse zu bewerten und in die Organisation zu tragen. Ziel ist es, unsere Produkte bereits in der frühen Entwicklungsphase ökologisch zu optimieren.

Im Berichtsjahr 2014/2015 wurden Carbon Footprint-Analysen für Infoterminals und Pfandrücknahmesysteme durchgeführt.

Beschaffung & Produktion

Vermeidung von bedenklichen Stoffen

Auf Basis von internationalen gesetzlichen Vorgaben wie z.B. REACH und RoHS (siehe folgende Tabelle und Kapitel Category-Management) haben wir Stofflisten zur Reduzierung und Vermeidung bestimmter Stoffe zusammengestellt, die Bestandteil der jeweiligen Lieferantenvereinbarung sind. Jeder Zulieferer von Wincor Nixdorf hat diese Stofflisten zu beachten und einzuhalten. Hierbei kommt Wincor Nixdorf seiner Produktverantwortung über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinaus nach, da diese Stofflisten auch den Einsatz von nicht gesetzlich verbotenen, aber bedenklichen Stoffen, wie z.B. die sogenannten „besonders besorgniserregenden Stoffe“, beschränkt.

Durch diesen konsequenten Verzicht auf bedenkliche und gefährliche Stoffe in unseren Produkten werden nicht nur Belastungen für die Umwelt vermieden, sondern auch die Gesundheit unserer Mitarbeiter bei der Produktion geschützt und die Recyclingfähigkeit der Produkte erhöht.

Eine Auswahl der relevanten internationale Normen und Vorgaben für Wincor Nixdorf


REACH steht für: Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals
Einhaltung von Stoffbeschränkungen in Produkten; EU-Chemikalienverordnung


RoHS steht für: Restriction of the Use of Certain Hazardous Substances in Electrical and Electronic Equipment
Einhaltung von Stoffbeschränkungen in elektrischen Geräten und in elektronischen Baugruppen


EU-WEEE steht für: Waste Electrical and Electronic Equipment Directive
Insbesondere die Rücknahme von Elektro-Altgeräten, deren umweltgerechte Behandlung und Zielvorgaben für Verwertungsquoten


Ressourcen schonen durch Recyclingkunststoffe

Bereits im letzten Nachhaltigkeitsbericht haben wir von einem Recyclingkunststoff berichtet, an dessen Entwicklung Wincor Nixdorf beteiligt ist. Dieser Recyclingkunststoff hat identische Eigenschaften mit Neuware und erfüllt somit sämtliche Qualitätsanforderungen. Erst dadurch konnte das Material der Vielzahl von Kriterien der Organisation Underwriters Laboratories (UL) gerecht werden und somit dessen Zertifizierung erhalten. Diese ist eine zwingende Voraussetzung für die Verwendung in unseren Produkten.

Der große Vorteil des Einsatzes von Recyclingkunststoffen liegt darin, dass ein erheblicher Teil an Energie im Vergleich zur konventionellen Neuherstellung aus Rohöl eingespart werden kann. Dies führt zu einer deutlichen Verringerung der CO2-Emissionen im Vergleich zur Neuherstellung. Zusätzlich dazu wird die Abfallrate minimiert, da der aufbereitete Kunststoff weitere Lebenszyklen durchlaufen kann. Somit werden kaum Rohstoffe für eine Neuherstellung benötigt, und Ressourcen werden sinnvoll eingespart. Als Vorreiter in unserer Branche setzen wir das Signal, dass Qualität und Ökologie sich nicht ausschließen, sondern ergänzen.

Unser Ziel ist es, den Einsatz dieser Recyclingkunststoffe in unseren Produkten so weit wie möglich voranzutreiben. So können wir an unserem Ziel aus dem vorherigen Berichtsjahr, in den nächsten fünf Jahren 20 % der in unseren Produkten eingesetzten Kunststoffe durch Recyclingkunststoffe zu ersetzen, anknüpfen. Nach weiteren Qualifizierungen im Berichtszeitraum planen wir im Geschäftsjahr 2015/2016 mit der Serienfertigung zu beginnen. Hierbei sollen in einem ersten Schritt 50 Tonnen Neuware jährlich durch Recyclingkunststoff ersetzt werden, was einem Anteil von ca. 5 % an der Gesamtkunststoffmenge bei Wincor Nixdorf entspricht.

Betrieb beim Kunden

Sparsamer Umgang mit Papier

Wo möglich, versuchen wir, Papier und die damit verbundenen Ressourcen einzusparen. So werden die zahlreichen Handbücher zu unseren Lösungen dem Kunden elektronisch und nur auf ausdrückliche Anforderung hin in Papierform beigestellt. Den Service-Technikern stehen sie ausschließlich online im Intranet unseres Unternehmens zur Verfügung. Dadurch sparen wir unzählige Seiten Papierausdrucke. Beispielsweise entsprächen die rund 660 Seiten des Bedienungshandbuchs für unser Produkt CINEO C4060, das einige tausend Mal im Jahr zur Verfügung gestellt wird, ca. 3,5 kg CO2-Emissionen bezogen auf die Papierherstellung pro Handbuch (Quelle: www.initiative-papier.de).

Energieeffiziente Produkte

Ein gutes Beispiel für die konsequente Weiterentwicklung unserer Systeme hin zu mehr Energieeffizienz ist die BEETLE /M POS-Linie – unser Bestseller bei den modularen Kassensystemen. Hier konnten wir in den letzten zehn Jahren den Stromverbrauch um zwei Drittel senken. Gleichzeitig hat sich die Leistungsfähigkeit der einzelnen Systeme vervielfacht. Erreicht haben wir dies durch einen klaren Fokus auf den Einsatz fortschrittlicher und energieeffizienter Technologien wie z.B.

  • stromsparende Prozessoren
  • Verwendung von 80PLUS Netzteilen
  • Einsatz von Solid State Disks anstatt Festplatten
  • Nutzung von Standby-/Sleep-Funktionen

Stromverbrauchskalkulation - BEETLE /M POS-Linie – Entwicklung 2005 - 2015

BEETLE /M POS-Linie (Balkendiagramm)BEETLE /M POS-Linie (Balkendiagramm)

Ein weiteres Beispiel für die Weiterentwicklung unserer Systeme hin zu mehr Energieeffizienz ist unser Geldausgabeautomat CINEO C2550. Hier konnten wir durch die technologische Weiterentwicklung der PC-Plattform den Energieverbrauch um ca. 34 % innerhalb von fünf Jahren deutliche verringern. Gleichzeitig verbesserte sich die Leistungsfähigkeit des PCs deutlich.

Energieverbrauch eines CINEO C2550 im Idle* Mode

CINEO C2550 (Balkendiagramm)CINEO C2550 (Balkendiagramm)

Benutzerfreundlicher Energiesparmodus

Geldautomaten, beispielsweise Selbstbedienungssysteme (SB-Systeme), sind regelmäßig 24 Stunden pro Tag in Betrieb. Nutzungsstatistiken zeigen, dass SB-Systeme an einigen Standorten während bestimmter Zeitspannen jedoch nicht genutzt werden. Wincor Nixdorf hat dieses Potenzial erkannt und bietet mit der aktuellen Version unseres PC/E-Servers 2.4 eine entsprechende Lösung an, mit der Endgeräte automatisiert in einen Energiesparmodus versetzt werden, wenn sie nicht genutzt werden.

One Wincor PC spart Energie

Ein Beispiel zur Optimierung der Energieeffizienz unserer Produkte ist die neue PC-Plattform „One Wincor PC“. Diese PC-Plattform basiert auf der 4. Generation der Core i Prozessoren (Haswell) von Intel. Die neue PC-Plattform wird sowohl für Banking- (als EPC_5G) als auch für Retail-Produkte (als BEETLE /M-III) eingesetzt und führt je nach Einsatzgebiet zu einer Energieersparnis von bis zu 35 %. Ein zusätzlicher Vorteil für Banking-Produkte ist eine optionale Aufrüstmöglichkeit. Mit dieser lassen sich bereits im Betrieb befindliche Systeme mit der neuen PC-Plattform nachrüsten. Für jedes der sich bei unseren Kunden im Betrieb befindlichen Systeme CINEO, ProCash xe / xe USB, ProConsult, ProInfo, ProPrint Systeme bedeutet das eine potenzielle Stromeinsparung von ebenfalls bis zu 35 %.

Einsatz von LED-Technik

In allen aktuellen Wincor Nixdorf-Produkten kommt moderne LED-Beleuchtungstechnik zum Einsatz. Sei es als LED-Backlight (Hintergrundbeleuchtung) im Display, gerichtete LED-Spot-Beleuchtung in Bedienfeldern oder LED-Edge-Light in der Logobeleuchtung. Der Einsatz von LED-Beleuchtung bringt in der Praxis große Vorteile. So reduziert sich die Leistungsaufnahme der Beleuchtung signifikant bei gleichzeitiger Verlängerung der Lebensdauer von 30.000 auf 100.000 Stunden. Wobei die Umstellung der Hintergrundbeleuchtung von Leuchtstoffröhren auf moderne LED-Technik beispielsweise eine Energieeinsparung von ca. 30 % bringt. Dies spart nicht nur Energie und damit auch Kosten, sondern auch Rohstoffe. Durch die verlängerte Lebensdauer reduziert sich darüber hinaus die Ausfallrate und somit auch der Einsatz von Servicetechnikern. Davon profitieren nicht nur unsere Kunden, sondern auch die Umwelt, ein gutes Beispiel dafür, wie Umwelt- und Kundennutzen miteinander einhergehen.

Wartung & Reparatur

Reduzierung der Technikereinsätze

Um den höchstmöglichen wirtschaftlichen und ökologischen Effekt für Kunden und Umwelt auch im Service zu erzielen, vermeiden bzw. reduzieren wir die Zahl der Einsatzfahrten von Technikern durch unterschiedliche Maßnahmen. Durch die klare technische Anordnung des gesamten Systemaufbaus und die einheitliche Kennzeichnung aller Komponenten, die auch von Kunden problemlos geöffnet werden können, ist es möglich, zahlreiche Störungen durch kundeneigene Mitarbeiter auch ohne Technikereinsatz vor Ort zu beseitigen. Dies ist ein Ergebnis der benutzerfreundlichen und umweltgerechten Produktentwicklung. Im IT-Betrieb bieten wir Kunden an, ihre Systeme und unsere Service-Ressourcen über unsere moderne eServices-Plattform miteinander zu verbinden. So können wir etwa durch automatisierte, präventive Fernwartung über eine Onlineverbindung Ereignisse und Störungen feststellen und in vielen Fälle direkt auf gleichem Wege zu beheben, bevor diese zu einem Systemausfall führen. Aktuell sind wir in der Lage, bereits einen großen Teil derartiger Störungen remote zu beheben, das heißt, Fehler aus der Ferne über eine Netzverbindung zu analysieren und Störungen elektronisch zu beseitigen. Darüber hinaus versuchen wir zunächst, Störungen telefonisch gemeinsam mit unseren Kunden zu klären und zu beheben. Und durch unsere Remote-Software-Instandhaltung können wir neue Applikationen über eine automatische Software-Verteilung aufspielen und überwachen.

Intelligentes Techniker-Netzwerk

Sollte es dennoch zu Technikereinsätzen kommen, werden sie effizient durchgeführt: Um unsere Techniker optimal mit Ersatzteilen zu versorgen, verfügen wir über ein weltweites Logistiknetzwerk mit zahlreichen lokalen Ersatzteilzentren. Dadurch sind unsere Techniker mit dem erforderlichen Ersatzteil umgehend am Kundenstandort, wodurch lange Fahrtstrecken eingespart werden können. Das senkt die Kosten für Kraftstoff und reduziert CO2-Emissionen. Mit einem hohen Anteil von reparablen Ersatzteilen und einem globalen Reparaturnetzwerk reduzieren wir den Bedarf an neuen Ersatzteilen signifikant.

Umweltfreundliche Fahrzeugflotte

Die Fahrzeuge unserer Techniker sind vorzugsweise mit umweltfreundlicher Technologie ausgestattet. In Deutschland kommen beispielsweise flächendeckend Fahrzeuge mit Dieselmotoren und Rußpartikelfiltern zum Einsatz. Darüber hinaus wurde 2013 mit dem Austausch der bestehenden Fahrzeugflotte der Techniker in Deutschland (insgesamt 319 Fahrzeuge) gegen neue Fahrzeuge mit noch umweltfreundlicherer Technologie begonnen. Die CO2-Emissionen der neuen Fahrzeuge liegen bei niedrigen 99-104 g/km im Vergleich zu 119-124 g/km der alten Fahrzeuge. Im Berichtsjahr 2014/2015 waren bereits insgesamt 245 Fahrzeuge (ca. 75 %) umgestellt. Wir planen die komplette Umstellung der deutschen Servicetechnikerfahrzeuge bis 2016.

Recycling & Remarketing

Wiederverwendung unserer Produkte

Angesichts der weltweiten Verknappung und damit Verteuerung von Materialien und Gütern verpflichten wir uns nach Möglichkeit zur Wiederverwendung von Produkten. Vom Markt zurückgenommene („Alt-“) Geräte werden bei Bedarf aufbereitet und wiedervermarktet (Remarketing). Darüber hinaus werden aus Altgeräten auch Module für die Ersatzteilversorgung unserer Geräte beim Kunden generiert (Re-Use; siehe Kapitel Remarketing-Konzept). Voraussetzung für die Wiederverwertbarkeit von Produkten ist eine optimierte Materialauswahl. Dies geschieht durch die ausschließliche Verwendung normierter Kunststoffe und die grundsätzliche Vermeidung von Verbundstoffen wie Metall-Kunststoff-Verbindungen, die ein optimales Recycling verhindern würden. Die nachgewiesenen Verwertungsquoten für unsere Produkte (stofflich und energetisch) liegen bei über 95 %. EU-weit nimmt Wincor Nixdorf Altgeräte nach der Nutzungsphase gemäß den nationalen Bestimmungen der europäischen Richtlinie WEEE (siehe vorherige Tabelle unter "Vermeidung von bedenklichen Stoffen") zurück und führt sie dem Recycling zu.