Innovationen sind kein Zufallsprodukt

Dem Einkaufskunden die Wünsche vom Gesicht ablesen - IT soll das künftig möglich machen, um dem Kunden schon beim Betreten der Filiale die passenden Angebote machen zu können. (Foto)

Dem Einkaufskunden die Wünsche vom Gesicht ablesen - IT soll das künftig möglich machen, um dem Kunden schon beim Betreten der Filiale die passenden Angebote machen zu können.

Bei Wincor Nixdorf geht das Team für Research & Innovation die Zukunft systematisch an

Innovationen sind das Lebenselixier für Unternehmen. Selbst Klassiker wie der VW Käfer und die Glühbirne erfinden sich neu. Grund genug für Wincor Nixdorf, seine Innovationsfähigkeit auf eine fundierte Basis zu stellen: organisatorisch, personell und prozessual. Immerhin hat das IT-Unternehmen einen Ruf zu verlieren – gilt es doch in seiner Branche als ein Innovationsführer.

„Research & Innovation“ heißt der Bereich bei Wincor Nixdorf unter der Leitung von Dr. Alexander Knobloch, der für den Wissenstransfer zwischen Wincor Nixdorf und Forschungsinstituten, Universitäten, Industriepartnern und Kunden sorgt. „Es geht darum, Wissen zu erschließen, es zu nutzen und in den Innovationsprozess einfließen zu lassen“, so Alexander Knobloch. „Research & Innovation“ ist Teil des Aufgabenbereichs des CTO Offices; CTO steht für Chief Technology Officer.

Daran arbeitet bei Wincor Nixdorf ein rund 30-köpfiges Team: Vom promovierten Physiker über sogenannte Lösungsarchitekten beispielsweise für Software bis hin zu Werkstudenten aus mechatronischen Studiengängen. Ihnen allen ist gemein, dass sie aus der Entwicklung kommen und akademisches und praktisches Know-how vereinen. Das Team operiert aus Deutschland heraus und treibt den Innovationsprozess bereichs- und länderübergreifend voran.

Doch wie ist – und vor allem bleibt – ein Unternehmen überhaupt innovativ? Alles beginnt mit Zuhören, Lesen und Diskutieren, gilt es doch zu Beginn, die für das eigene Geschäft relevanten Trends aufzuspüren und zu analysieren. Das geschieht im Austausch mit Experten, Forschern und auch Nutzergruppen. Alexander Knobloch: „Entscheidend ist, Trends herauszufiltern, von denen zu erwarten ist, dass sie die Welt und den Markt verändern werden.“ Das heißt aber noch lange nicht, dass sie für die Branche, in der Wincor Nixdorf arbeitet, auch relevant sind. Das müssen die Kollegen vom Innovation-Team bei Wincor Nixdorf erst einmal abklopfen. Erst dann wird ein Projekt daraus; in der Regel zusammen mit einem Partner, meist mehrjährig angelegt und immer gefördert durch Ministerien, beispielsweise das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie oder andere Förderungseinrichtungen. Partner können Technische Universitäten, Fraunhofer Institute, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt, Industriepartner oder auch Kunden sein.

Bei Wincor Nixdorf laufen bis zu einem Dutzend Innovationsprojekte parallel: Beispielsweise das Projekt „it's OWL - InverSa“, bei dem Geldautomaten aus Manipulationsversuchen „selbst lernen“ sollen, um immer besser bei der Abwehr künftiger Angriffe zu werden. Oder SFC; bei diesem Projekt wird erforscht, wie das Speichern von Daten im entfernten Rechenzentrum (Stichwort: Cloud Computing) effektiv und sicher für die Finanzindustrie genutzt werden kann.

Der Innovationsprozess bei Wincor Nixdorf mündet in einen sogenannten „Proof of Concept“, also dem Machbarkeitsnachweis, bei dem die prinzipielle Durchführbarkeit eines Vorhabens nachgewiesen wird. In der Regel ist mit dem „Proof of Concept“ meist die Entwicklung eines sogenannten Demonstrators verbunden. Bei Wincor Nixdorf sind das Hardware- oder Softwarelösungen für Banken und Handelsunternehmen.

Hat ein Projekt den „Proof“ bestanden, geht es in den Praxistest: entweder im Rahmen eines Innovationsprojektes gemeinsam mit einem Banken- oder Handelskunden, oder die Hardware oder Software geht gleich in den Produktentwicklungsprozess, um dann als Serienprodukt umgesetzt zu werden.

Dem Einkaufskunden die Wünsche vom Gesicht ablesen - IT soll das künftig möglich machen, um dem Kunden schon beim Betreten der Filiale die passenden Angebote machen zu können. (Foto)

Dem Kunden die Wünsche vom Gesicht ablesen - IT soll das künftig möglich machen, um dem Kunden schon beim Betreten der Filiale die passenden Angebote machen zu können.