Risikofelder

Wir haben die Struktur der Risikofelder an unseren Kernprozessen »Idea to Market«, »Offer to Cash«, »Operation & Maintenance« orientiert und mit Management- und Supportschwerpunkten vervollständigt. Unter »Idea to Market«, »Offer to Cash« und »Operation & Maintenance« fallen die unterschiedlichen leistungswirtschaftlichen Risiken und die sonstigen Risiken. Unter Management fallen für uns die Umfeld- und Branchenrisiken, die unternehmensstrategischen Risiken und die informationstechnischen Risiken. Finanzwirtschaftliche Risiken und Personalrisiken sind im Supportschwerpunkt abgebildet.

Umfeld- und Branchenrisiken.

Für unsere Zielerreichung ist die zukünftige Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von besonderer Bedeutung. In den Jahren 2011 und 2012 werden zwar positive Wachstumsraten erwartet, jedoch nehmen die Risiken in Bezug auf Rückschläge in der Konjunkturerholung durch die hohe Verschuldung einzelner Staaten zu und könnten dadurch unsere Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen. Weiterhin sind infolge der Krise negative Auswirkungen, insbesondere resultierend aus der Instabilität der internationalen Währungsmärkte, auf unser Geschäft möglich. Ein weiterer Anstieg der Rohstoff- und Energiepreise kann das Ergebnis von Wincor Nixdorf ebenfalls negativ beeinflussen. Wir sehen außerdem ein hohes Risiko für uns und unsere Kunden durch unerwartet eintretende Ereignisse wie Naturkatastrophen oder terroristische Anschläge.

Der Markt für Banken und Handelsunternehmen ist durch einen starken Wettbewerb geprägt. Diese intensive Wettbewerbssituation kann zu einem Preisdruck für unsere Hardware, Software und Services führen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnen wir mit einem anhaltenden Preisdruck. Neben der Marktsituation unserer Kunden sehen wir auch ein Risiko für unser Geschäft durch die fortschreitende Internationalisierung, durch einen verstärkten Verdrängungswettbewerb sowie durch sinkende Markteintrittsbarrieren für mögliche Wettbewerber. Diese Entwicklung hin zu einem aggressiveren Wettbewerb kann sich negativ auf die Ertragslage auswirken.

Unternehmensstrategische Risiken.

Grundsatz für unsere Geschäftstätigkeit ist Wachstum und Geschäftserfolg. Investitions- wie Beteiligungsentscheidungen unterliegen grundsätzlich diesen Kriterien. Das in den vergangenen Jahren erfolgreich in den Markt eingeführte Geschäftsfeld Outsourcing (Glossar, in dem wir zusammenhängende und umfangreiche Geschäftsprozesse unserer Kunden übernehmen, ist ein fester Bestandteil unserer Geschäftsaktivitäten. Die hohe Komplexität der Outsourcing-Projekte bringt allerdings auch ein erhöhtes Maß an Risiken mit sich. Wir begegnen diesen Risiken durch eine frühzeitige Risikoanalyse und regelmäßiges Risikomanagement. Durch die Konzentration des Risikoprozesses in einem Team von Spezialisten und die Nutzung der Erfahrungen aus bereits erfolgreich umgesetzten Projekten können wir die übernommenen Geschäftsprozesse risikominimal und sowohl für uns als auch für unsere Kunden optimal gestalten. Darüber hinaus nutzen wir Versicherungen und andere Möglichkeiten, um Ausfälle und Risiken zu minimieren.

Leistungswirtschaftliche Risiken.

Eines unserer Ziele ist es, Innovations- und Technologieführer in unseren Märkten zu sein. Dies und die Tatsache, dass wir uns in innovationsgeprägten Märkten bewegen, stellen besondere Anforderungen an unser Leistungsportfolio. Ein Risiko sehen wir in der Einführung neuer Hardware und Software bei Kunden. Diesem begegnen wir, indem wir auf der einen Seite eine intensive Entwicklungsarbeit betreiben. Auf der anderen Seite sind wir bestrebt, die Kundenanforderungen frühzeitig zu erkennen und in unsere Hardware, Software und Services einfließen zu lassen. Dazu arbeiten wir in enger Kooperation mit unseren Kunden.

Eine führende Stellung in der Qualität grenzt uns positiv vom Wettbewerb ab. Es ist unser Ziel, diesen Vorsprung zu halten und weiter auszubauen. Die Erreichung dieses Ziels erfordert das schnelle Erkennen und die schnelle Behebung von möglichen Schwachstellen unserer Hardware, Software und Services. Dies fördern wir durch die fortlaufende Arbeit an Innovation und Qualität. Risiken, die aus Qualitätsmängeln entstehen können, wird durch unser Qualitäts- und Umweltmanagementsystem entgegengewirkt. Konkret bedeutet dies, dass eine vorbeugende Integration der Risikobetrachtung in allen Entwicklungsphasen, ein strenges Freigabesystem und Versicherungen diese Risiken minimieren.

Als Produzent von zum Beispiel Geldautomaten und Kassensystemen müssen wir die an unseren Produktionsstätten geltenden gesetzlichen Umweltschutzvorschriften einhalten und unsere Produkte müssen wesentlichen Anforderungen hinsichtlich Rücknahme, Inhaltsstoffen etc. genügen. Dies stellen wir durch ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem sicher.

Personalrisiken.

Für das Wachstum und die Entwicklung unseres Unternehmens ist die Leistung der Mitarbeiter essenziell. Wir stehen mit anderen Unternehmen im Wettbewerb um hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Um diese Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig an uns zu binden, bieten wir attraktive Beschäftigungsbedingungen sowie umfassende Qua-lifizierungsangebote. Wir sehen keine nennenswerten Risiken, die eine zur Erreichung unserer Ziele notwendige Rekrutierung von Fach- und Führungskräften gefährden könnten.

Informationstechnische Risiken.

Informationssicherheit und Datenschutz sind besonders für unsere Kunden im Banking-Geschäft von großer Bedeutung. Durch die Weiterentwicklung von Wincor Nixdorf zum Anbieter von IT-Lösungen (Glossar für Banken und Handelsunternehmen, zum Beispiel in unserem Geschäftsfeld Outsourcing, rücken für uns die Risiken der Datenverfügbarkeit, -integrität und -vertraulichkeit immer stärker in den Vordergrund. Dieser Herausforderung begegnen wir unter anderem durch unsere Zertifizierung nach ISO 27001. Ziel des in dieser Norm beschriebenen Managementsystems ist die Wahrung von Datenverfügbarkeit, -integrität und -vertraulichkeit. Fehlende Verfügbarkeit der IT-Systeme kann diese Entwicklung beeinträchtigen und zum Beispiel Schadenersatzforderungen unserer Geschäftspartner bedingen. Hervorgerufen werden diese unter anderem durch Angriffsversuche von außen, insbesondere durch Viren und Trojaner. Auch in der Zukunft rechnen wir mit vergleichbaren Einflüssen. Daher arbeiten wir ständig an der Optimierung der Systeme zur Informationssicherheit.

Unser Informationssicherheitsmanagementsystem hilft uns dabei, die vorhandenen Systeme kontinuierlich weiterzuentwickeln, indem wir gezielte Schutzbedarfsanalysen durchführen. Gegen mögliche Betriebsstörungen von außen, beispielsweise durch das Eindringen von Viren in das Computersystem, setzen wir grundsätzlich die aktuellsten auf dem Markt verfügbaren Hardware-Komponenten und Software-Anwendungen ein. Darüber hinaus lassen wir unsere IT-Systeme und IT-Landschaften regelmäßig von unabhängigen Experten prüfen. Um dies fortlaufend sicherzustellen, arbeiten die betroffenen Abteilungen streng nach besagten TÜV/ISO-Standards.

Finanzwirtschaftliche Risiken.

Das Geschäft von Wincor Nixdorf unterliegt Währungs-, Zinsänderungs-, Liquiditäts- und Kreditrisiken. Zur Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken steuert Wincor Nixdorf die Konzernfinanzierung überwiegend zentral.

Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Bindung an den Marktzins. Die Zinsausgaben orientieren sich größtenteils am variablen kurzfristigen Marktzins (EURIBOR) zuzüglich einer Marge. Diese Marge kann sich in Abhängigkeit von bestimmten Finanzkennziffern verändern. Dementsprechend sind wir durch die Bindung an den Marktzins einem Zinsrisiko ausgesetzt, sobald dieser steigt. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, haben wir Zinsoptionsgeschäfte abgeschlossen.

Die globale Ausrichtung des Konzerns erzeugt Zahlungsein- und -ausgänge in unterschiedlichen Währungen. Gegenläufige Zahlungsströme werden in den einzelnen Währungen gegenübergestellt und aufgerechnet. Dabei wird aktiv durch entsprechende Lieferantenauswahl und Standortentscheidungen ein möglichst umfangreiches natürliches Hedging erzeugt. Aus den Saldogrößen ergeben sich Wechselkursrisiken, die je nach Volumen und Währung bis zu 100 % durch geeignete Finanzinstrumente auf Basis von zwölf Monaten rollierend abgesichert werden.

Durch die überwiegend zentrale Refinanzierung der Wincor Nixdorf-Konzerngesellschaften besteht das Risiko, dass Liquiditätsreserven zur fristgerechten Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen nicht ausreichen. Diesem Risiko begegnet Wincor Nixdorf durch Reserven in Form von nicht genutzten Kreditlinien und der Definition des Cashflows als festem Bestandteil der Konzernsteuerungskennzahlen mit laufender Überwachung.

Das Kreditausfallrisiko wird verringert durch das konsequente Einholen von Handelsauskünften, das Setzen von Kreditlimits sowie durch ein aktives Debitorenmanagement einschließlich Mahnwesen und offensiven Inkassos. Zur Absicherung von Forderungsbeständen gegenüber Kreditrisikoländern arbeitet Wincor Nixdorf mit Akkreditiven.

Die Risiken aus Finanzinstrumenten sind im Konzernanhang im Abschnitt Berichterstattung zu Finanzinstrumenten ausführlich erläutert.

Kapitalmarktentwicklung als Risiko für Pensionsverpflichtungen.

Aktien-, Renten-, Immobilien- und sonstige Märkte unterliegen Wertveränderungen, durch die auch unser Planvermögen beeinflusst werden kann. Zudem können sich Änderungen in den Renditeerwartungen auf die Pensionsverpflichtungen auswirken. Auch können sich ändernde Rahmenbedingungen, zum Beispiel im Hinblick auf Lohn- und Gehaltssteigerungen, Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern, Sterblichkeit, Entwicklung von Krankheitskosten und sonstige Faktoren, zu einer Erhöhung oder Verringerung von Pensions- oder anderen Verpflichtungen führen. Durch eine ausgewogene und flexible Verteilung der Vermögensbestandteile versuchen wir, diese Einflüsse abzuschwächen. Dennoch können diese Veränderungen negative Auswirkungen auf die Pensionsaufwendungen, künftige Beitragszahlungen und das Eigenkapital haben. Insofern ist es nicht auszuschließen, dass zukünftige Pensionsaufwendungen oder Beitragszahlungen einen negativen Einfluss auf die Finanz- und Ertragslage von Wincor Nixdorf haben.

Sonstige Risiken.

Rechtsstreitigkeiten, die einen nennenswerten Einfluss auf die finanzielle Lage des Konzerns haben können, sind zurzeit weder bekannt noch angedroht. Wincor Nixdorf unterliegt jedoch Risiken im Zusammenhang mit möglichen zukünftigen Rechtsstreitigkeiten. Die Verwicklung in solche Rechtsstreitigkeiten entsteht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftsaktivitäten, so aus Behauptungen falscher Lieferungen von Produkten und Dienstleistungen (Glossar, Produkthaftungen, Produktfehlern, Qualitätsproblemen oder Schutzrechtsverletzungen. Es kann nicht garantiert werden, dass die Ergebnisse dieser oder anderer Rechtsstreitigkeiten den Geschäftsaktivitäten oder dem Ruf von Wincor Nixdorf nicht Schaden zufügen. Für die Zukunft können Ansprüche dieser Art und Rechtsstreitigkeiten auch mit nennenswertem Einfluss auf die finanzielle Lage des Konzerns nicht ausgeschlossen werden.

Gesamtrisiko.

Zum Berichtszeitpunkt und in absehbarer Zeit sieht der Vorstand keine Einzelrisiken, die den Fortbestand des Wincor Nixdorf-Konzerns gefährden können. Auch aus der Gesamtsumme der Risiken lässt sich aus Sicht des Vorstands eine Gefährdung des Wincor Nixdorf-Konzerns zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts nicht erkennen.

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