Zinsrisiken

Um Zinsänderungsrisiken zu reduzieren, hat Wincor Nixdorf zwei Collars mit einem Nominalvolumen von insgesamt 100.000 T€ und einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2010 mit verschiedenen Kreditinstituten abgeschlossen.

Unter einem Collar wird die Kombination von Zinscap und Zinsfloor verstanden. Ein Zinscap ist eine Vereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer, wonach der Verkäufer dem Käufer auf ein vereinbartes Nominalvolumen über eine festgelegte Laufzeit die Differenz zwischen der vereinbarten Zinsobergrenze und dem eventuell höher liegenden Referenzzinssatz zu zahlen hat. Als einen Zinsfloor hingegen bezeichnet man eine Vereinbarung zwischen dem Verkäufer und Käufer, die festlegt, dass der Verkäufer dem Käufer auf ein vereinbartes Nominalvolumen über eine festgelegte Laufzeit die Differenz zwischen der vereinbarten Zinsuntergrenze und dem eventuell geringeren Referenzzinssatz zu zahlen hat. Wincor Nixdorf hat als Käufer der Zinscaps die Zinsobergrenze auf 5,00 % abgesichert und als Verkäufer der Zinsfloors die Zinsuntergrenze auf 1,75 % festgelegt. Der zugrunde liegende Referenzzinssatz ist der 3-Monats-EURIBOR. Durch den Abschluss der zwei Collars ist Wincor Nixdorf einerseits gegen steigende Zinsen gesichert und kann andererseits bis zur Untergrenze von 1,75 % von fallenden Zinsen profitieren.

Zum Bilanzstichtag entwickelten sich die Zinscaps und Zinsfloors wie folgt:

 

 

in T€

 

30.09.2010

30.09.2009

Marktwert Zinscaps

0

3

Nominalvolumen Zinscaps

100.000

100.000

Marktwert Zinsfloors

–222

–959

Nominalvolumen Zinsfloors

100.000

100.000

Der Marktwert ergibt sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Er gibt an, wie sich eine Glattstellung der Zinscaps und Zinsfloors, d.h. durch Verkauf des Zinscaps und Kauf des Zinsfloors, zum Bilanzstichtag auf das Ergebnis ausgewirkt hätte. Zur Bestimmung des Marktwerts wurden entsprechende Quotierungen von Kreditinstituten eingeholt, die den Marktwert auf Basis von internen Mark-to-Market-Modellen ermitteln. Da die zugrunde liegenden Kontrakte mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgeschlossen wurden, sind Kreditrisiken für diese Finanzinstrumente vernachlässigbar.

Der negative Marktwert der Zinsfloors wird unter den sonstigen Verbindlichkeiten gezeigt. Die Wertveränderungen werden in den Finanzerträgen und Finanzaufwendungen ausgewiesen. Der Ergebniseffekt der Wertveränderungen des Geschäftsjahres beläuft sich auf 734 T€ (2008/2009: –1.294 T€).

Es bestehen folgende Restlaufzeiten:

 

 

 

 

in T€

 

 

Restlaufzeit

 

Gesamt

bis zu 1 Jahr

1 bis 5 Jahre

> 5 Jahre

Die Vorjahresvergleichszahlen sind jeweils in Klammern angegeben.

Restlaufzeiten der Zinscaps 30.09.2010

100.000
(100.000)

100.000
(0)

0
(100.000)

0
(0)

Restlaufzeiten der Zinsfloors 30.09.2010

100.000
(100.000)

100.000
(0)

0
(100.000)

0
(0)

Darüber hinaus hat Wincor Nixdorf am 27. September 2006 einen Zinsswap über ein Nominalvolumen von 50.000 T€ zu einem abgesicherten Zinssatz von 3,797 % bis zum 31. Juli 2012 abgeschlossen. Der Zinsswap verpflichtet Wincor Nixdorf, über die Laufzeit und auf das abgeschlossene Volumen einen festen Zins zu bezahlen. Als Ausgleich bekommt Wincor Nixdorf vom Kontrahenten des Zinsswaps eine Zahlung des aktuellen kurzfristigen Zinssatzes (EURIBOR). Hiermit sichert sich Wincor Nixdorf das Zinsniveau in Höhe des abgesicherten Zinssatzes von 3,797 % p.a. Die Zinsverpflichtungen durch die Aufnahme kurzfristiger Geldmittel (zum Beispiel im Rahmen der Revolving Facility (Glossar) werden durch den Zinsswap in Verpflichtungen zu einem Festzinssatz umgewandelt. Somit ist das Unternehmen vor steigenden kurzfristigen Zinsen geschützt, profitiert aber im Gegenzug nicht von fallenden kurzfristigen Zinsen. Da die Sicherungsbeziehung als hochwirksam eingestuft wird, wird nach den Vorgaben des IAS 39 »Financial Instruments: Recognition and Measurement« ein Cashflow (Glossar Hedge bilanziert. Der beizulegende Zeitwert, der sich aus der Bewertung zu Marktpreisen ergibt, beträgt zum Bilanzstichtag –2.399 T€ (2008/2009: –2.727 T€) und ist erfolgsneutral unter Berücksichtigung von latenten Steuern im Eigenkapital erfasst worden. Der Marktpreis ergibt sich aus entsprechenden Quotierungen von Kreditinstituten. Die Zinsanpassung erfolgt jeweils zum Quartalsende.

Des Weiteren wurde im Vorjahr ein Zinsswap über ein Nominalvolumen von 50.000 T€ mit einer Laufzeit vom 31. März 2009 bis zum 31. März 2011 abgeschlossen. Der beizulegende Zeitwert, der sich aus der Bewertung zu Marktpreisen ergibt, beträgt zum Bilanzstichtag 19 T€ (2008/2009: 40 T€) und ist erfolgsneutral unter Berücksichtigung von latenten Steuern im Eigenkapital erfasst worden. Bei diesem Zinsswap wird der 1-Monats-EURIBOR empfangen und der 3-Monats-EURIBOR abzüglich 25,6 Basispunkten gezahlt.

Am 28. Mai 2010 wurde ein Zinsswap mit einer zehnjährigen Laufzeit vom 1. Oktober 2010 bis zum 30. September 2020 über 50.000 T€ abgeschlossen. Bei diesem Zinsswap wird der 3-Monats-EURIBOR empfangen und ein Festzins von 2,974 % gezahlt. Der beizulegende Zeitwert, der sich aus der Bewertung zu Marktpreisen ergibt, beträgt zum Bilanzstichtag –2.225 T€ und ist erfolgsneutral unter Berücksichtigung von latenten Steuern im Eigenkapital erfasst worden.

Bei am Bilanzstichtag um jeweils 100 Basispunkte abweichenden Zinssätzen hätten sich folgende Veränderungen ergeben: Das Finanzergebnis wäre um 1 T€ höher bzw. 1 T€ niedriger (2008/2009: 545 T€ höher bzw. 963 T€ niedriger) ausgefallen. Die sonstigen Eigenkapitalbestandteile (vor latenten Steuern) hätten sich um 5.398 T€ erhöht bzw. 5.431 T€ verringert (2008/2009: 1.359 T€ höher bzw. 1.419 T€ niedriger).

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