Im Hardware-Bereich war das Segment Banking (Glossar) vor allem mit seinen Cash-Systemen (Glossar) zur Geldein- und -auszahlung erfolgreich (Cash-in-, Cash-out- und Recycling-Systeme). Dabei verzeichneten wir sowohl bei hochwertigen High-End-Systemen als auch im volumenstarken Geschäft mit einfacheren monofunktionalen Systemen eine sehr hohe Nachfrage. Treiber des weltweiten Geschäfts waren vor allem Neuinstallationen, in zunehmendem Umfang aber auch Ersatzinvestitionen für ältere Systeme.
Dokumentiert wurde der Erfolg von Wincor Nixdorf bei Geldausgabeautomaten durch eine Marktstudie des britischen Marktforschungsunternehmens Retail Banking Research (RBR). Danach hat Wincor Nixdorf seinen Weltmarktanteil bei Auslieferungen von Geldautomaten von 18 % in 2006 auf 21 % in 2007 erhöht. Das Unternehmen hat sich damit weltweit auf Platz 2 vorgearbeitet. Noch 1994 war Wincor Nixdorf weltweit die Nr. 12, im Jahr 2000 hatte das Unternehmen Rang 3 übernommen.
Auf dem Gebiet der intelligenten Cash/Check-Deposit-Systeme war Wincor Nixdorf der erste Anbieter überhaupt - mittlerweile belaufen sich unsere weltweiten Installationen auf mehr als 17.000 Systeme. Bereits in der vierten Technologiegeneration bieten wir unser Cash/Check-Deposit-Modul (Glossar) an, das bis zu 50 Schecks oder Geldnoten (gebündelt) automatisiert annimmt.
Filialen ohne Kassenschalter liegen im Trend, und mit ihnen automatische Kassentresore (Glossar) : Die Nachfrage stieg erneut deutlich an.
Selbstbedienungsbankleistungen nehmen auch in den »Emerging Markets« zu - dies wirkt sich positiv auf das Geschäft mit volumenstarken monofunktionalen Cash-Systemen aus.
Der Absatz sogenannter Non-Cash-Produkte (Glossar) bei Bankenterminals entwickelte sich positiv. Dabei erwiesen sich unsere Lösungen zur selbstbedienten Mitarbeiterinformation als weiterhin erfolgreich: Diese »Employee-Self-Services (Glossar) -Lösungen« kommen bei immer mehr Industrieunternehmen zum Einsatz und ermöglichen allen Mitarbeitern ohne Intranet-Zugang den Zugriff auf Personalinformationen per Kioskterminal.
Beleg- und Dokumentendrucker verzeichneten eine unverändert hohe Nachfrage.
Software/Services im Plus.
Das Geschäft mit Software und Dienstleistungen (Glossar) im Segment Banking legte erneut deutlich zu. Dabei verzeichnen wir über das gesamte Software- Portfolio hinweg ein nachhaltiges Wachstum, das von der Weiterentwicklung bestehender Konzepte noch zusätzlich belebt wurde. Basis unseres Erfolgs im Bereich Selbstbedienung ist die Software-Familie ProClassic.
Basierend auf den Erfahrungen mit ProClassic haben wir unser Portfolio unter dem Dach der Retail Banking Solution Suite (ProClassic/Enterprise) zusammengefasst und weiterentwickelt. Die Software-Familie haben wir zu Beginn des Kalenderjahres präsentiert - mit durchweg positiver Resonanz. Der Erfolg gibt unserer Weiterentwicklungsstrategie recht:
Schon jetzt haben sich viele Kunden in Deutschland und Westeuropa dafür entschieden, ihre ProClassic/Enterprise-Lösungen mit neuen Modulen zu erweitern oder die Software komplett neu einzuführen. Zum Beispiel stieg im Berichtsjahr die Anzahl der mit der Monitoring-Komponente überwachten Systeme auf über 100.000 an. Ein weiterer zukunftsträchtiger Baustein ist das Direktmarketing-Modul: Immer mehr Banken sehen die Chance, SB-Systeme (Glossar) auch zur Kommunikation einzusetzen, und nutzen dazu den entsprechenden Software-Baustein.
Das Services-Geschäft ist ebenfalls weiter stark gewachsen: Wesentliche Wachstumsimpulse erhielten wir bei produktbezogenen Services aus Europa und Asien. Deutlich ausbauen konnten wir das Geschäft zudem in Amerika. Auf dem Gebiet des operativen Betriebs von IT-Infrastrukturen kamen wir ebenfalls gut voran. So legte das Geschäft mit Managed Services (Glossar) , das heißt standardisierten Leistungspaketen für Selbstbedienungssysteme, besonders in Europa und Asien zu.
Auch im Outsourcing (Glossar) konnten wir auf besondere Erfolge blicken. Im Inland lag unser Fokus auf den Sparkassen als eindeutigem Marktführer im Retailbanking. So haben wir die Mehrheit an einem Joint Venture zweier großer Sparkassen übernommen. Es betreibt weite Teile der IT dieser beiden Geldinstitute und soll seine Leistungen auch anderen Sparkassen anbieten. Auch in Großbritannien - hier verfügen wir bereits über langjährige Erfahrungen im Outsourcing - bauten wir unser Geschäft weiter aus.
Um sich auf dem Gebiet der Beratung von Banken in Deutschland zu verstärken, hat Wincor Nixdorf im September 2008 eine Mehrheitsbeteiligung an der Bankberatung Organisations- und IT-Beratung für Banken AG übernommen. Deren Hauptarbeitsgebiete sind bankfachliche Analyse, Konzeption, Design und Optimierung von Prozessen im Transaktionsbanking, in der Banksteuerung und in der Migration von Bankanwendungen. Angeboten wird zudem Projektmanagement für herstellerneutrale Lösungsprojekte. Die mehr als 50 Mitarbeiter verfügen unter anderem über weitreichende Erfahrungen bei der Einführung der Banken-Software von SAP und Kordoba sowie bei der Einführung und Integration von Data-Warehousing-Lösungen.
Mit dieser Akquisition kann Wincor Nixdorf alle Projektphasen bei Veränderungsprozessen von Retailbanken abdecken. Das Portfolio reicht von der bankfachlichen Beratung und dem Prozessdesign über die IT-Lösungsberatung und -integration bis zur anschließenden IT-Betriebsführung und dem Outsourcing. Zusätzlich wird das Know-how der Bankberatung AG in Lösungsinnovationen bei Wincor Nixdorf einfließen.
