Bei allen Geschäften strebt Wincor Nixdorf profitables Wachstum an. Investitions- wie Beteiligungsentscheidungen unterliegen grundsätzlich diesen Kriterien. Im Moment sehen wir keine substanziellen Risiken, die unsere Ertrags-, Vermögens- und Liquiditätslage negativ beeinflussen können.
Der in den vergangenen Jahren erfolgreich in den Markt eingeführte Produktbereich Outsourcing (Glossar) , in dem wir zusammenhängende und umfangreiche Geschäftsprozesse unserer Kunden übernehmen, ist fester Bestandteil der Geschäftsaktivitäten von Wincor Nixdorf. Die hohe Komplexität der Outsourcing-Projekte bringt allerdings auch ein erhöhtes Maß an Risiken mit sich. Wir begegnen diesen Risiken durch eine frühzeitige Risikoanalyse und regelmäßiges Risikomanagement. Durch die Konzentration des Risikoprozesses in einem Team von Spezialisten und die Nutzung der Erfahrungen aus bereits erfolgreich umgesetzten Projekten können wir die übernommenen Geschäftsprozesse risikominimal und sowohl für uns als auch unsere Kunden optimal gestalten. Darüber hinaus nutzen wir Versicherungen und andere Möglichkeiten, um Ausfälle und Risiken zu minimieren.
Finanzwirtschaftliche Risiken.
Das Geschäft von Wincor Nixdorf unterliegt Währungs-, Zinsänderungs-, Liquiditäts- und Kreditrisiken. Zur Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken steuert Wincor Nixdorf die Konzernfinanzierung überwiegend zentral.
Zinsänderungsrisiken entstehen aus der Bindung an den Marktzins. Die Zinsausgaben orientieren sich größtenteils am variablen kurzfristigen Marktzins (EURIBOR) zuzüglich einer Marge. Diese Marge kann sich in Abhängigkeit von bestimmten Finanzkennziffern verändern. Dementsprechend sind wir durch die Bindung an den Marktzins einem Zinsrisiko ausgesetzt, sobald dieser steigt. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, haben wir Zinsderivate in Höhe von 100 Mio. € abgeschlossen, die bewirken, dass sich die effektive Zinsbelastung für die entsprechende Finanzverschuldung zuzüglich der Marge innerhalb eines Zinskorridors von 1,75 % bis 5,0 % bewegt. Des Weiteren ist ein Festzins-Swap zu 3,797 % über 50 Mio. € abgeschlossen worden, um uns gegen steigende Geldmarktzinsen abzusichern.
Die globale Ausrichtung des Konzerns erzeugt Zahlungsein- und -ausgänge in unterschiedlichen Währungen. Gegenläufige Zahlungsströme werden in den einzelnen Währungen gegenübergestellt und aufgerechnet. Dabei wird aktiv durch entsprechende Lieferantenauswahl und Standortentscheidungen ein möglichst umfangreiches natürliches Hedging erzeugt. Aus den Saldogrößen ergeben sich Wechselkursrisiken, die je nach Volumen und Währung bis zu 100 % durch geeignete Finanzinstrumente auf Basis von 12 Monaten rollierend abgesichert werden.
Durch die überwiegend zentrale Refinanzierung der Wincor Nixdorf-Konzerngesellschaften besteht das Risiko, dass Liquiditätsreserven zur fristgerechten Erfüllung von finanziellen Verpflichtungen nicht ausreichen. Diesem Risiko begegnet Wincor Nixdorf durch Reserven in Form von nicht genutzten Kreditlinien und Definition des Cashflows (Glossar) als festem Bestandteil der Konzernsteuerungskennzahlen mit monatlicher Überwachung.
Das Kreditausfallrisiko wird verringert durch das konsequente Einholen von Handelsauskünften, das Setzen von Kreditlimits sowie durch ein aktives Debitorenmanagement einschließlich Mahnwesen und offensivem Inkasso. Zur Absicherung von Forderungsbeständen gegenüber Kreditrisikoländern arbeitet Wincor Nixdorf mit Akkreditiven.
Details zu den einzelnen finanzwirtschaftlichen Risikofeldern können Sie im Konzernanhang nachlesen.
Kapitalmarktentwicklung als Risiko für Pensionsverpflichtungen und zugehöriges Planvermögen.
Aktien-, Renten-, Immobilien- und sonstige Märkte unterliegen Wertveränderungen, durch die auch unser Planvermögen beeinflusst werden kann. Zudem können sich Änderungen in den Renditeerwartungen auf die Pensionsverpflichtungen auswirken. Auch können sich ändernde Rahmenbedingungen, zum Beispiel im Hinblick auf Lohn- und Gehaltssteigerungen, Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern, Sterblichkeit, Entwicklung von Krankheitskosten und sonstigen Faktoren, zu einer Erhöhung oder Verringerung von Pensions- oder anderer Verpflichtungen führen. Durch eine ausgewogene und flexible Verteilung der Vermögensbestandteile versuchen wir, diese Einflüsse abzuschwächen. Dennoch können diese Veränderungen negative Auswirkungen auf die Pensionsaufwendungen, künftige Beitragszahlungen und das Eigenkapital haben. Insofern ist es nicht auszuschließen, dass zukünftige Pensionsaufwendungen oder Beitragszahlungen einen negativen Einfluss auf die Finanz- und Ertragslage von Wincor Nixdorf haben.
Markt- und Wettbewerbsrisiken.
Der Markt für Banken und Handelsunternehmen ist von einem starken Wettbewerb geprägt. Diese intensive Wettbewerbssituation kann zu einem Preisdruck für unsere Produkte und Dienstleistungen (Glossar) führen. Im laufenden Geschäftsjahr rechnen wir mit einem sich weiter verstärkenden Preisdruck. Neben der Marktsituation unserer Kunden sehen wir auch ein Risiko für unser Geschäft durch die fortschreitende Internationalisierung, einen verstärkten Verdrängungswettbewerb sowie sinkende Markteintrittsbarrieren für mögliche Wettbewerber. Diese Entwicklung hin zu einem aggressiveren Wettbewerb kann sich negativ auf die Ertragslage auswirken.
Beschaffungs- und Produktivitätsrisiken.
Als produzierendes Unternehmen sind wir auf umfangreiche Zulieferung von Rohstoffen und verarbeiteten Materialien angewiesen. Preissteigerungen, Qualitätsprobleme und Lieferantenaus-fälle sind dabei die wesentlichen Risiken, denen wir begegnen müssen. Lieferantenausfällen begegnen wir durch eine Steuerung des Lieferantenportfolios. Der Qualitätssicherungsprozess sorgt dabei für die Einhaltung des Qualitätsstandards.
Für Wincor Nixdorf stellen die Steigerungen von Energie- und Rohstoffpreisen ein wesentliches Risiko dar. Diese Risiken minimieren wir, indem wir das Einkaufsvolumen bündeln und über das Einkaufsmanagement Kostensenkungen anstreben. Ein möglicher Anstieg der Rohstoffpreise kann allerdings dazu führen, dass die Kostensenkungsziele für die von Wincor Nixdorf benötigten Bauteile und Komponenten nicht erreicht werden.
Darüber hinaus können sich auch sich ändernde Beschäftigungsbedingungen in Deutschland, verbunden mit einer Kostensteigerung, auf die Kostensituation auswirken.
Technologie- und Qualitätsrisiken.
Wincor Nixdorf arbeitet in einem von Innovation geprägten und international ausgerichteten Umfeld, das ständig wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen fordert. Ein intensiver Innovations- und Entwicklungsprozess stellt sicher, dass wir den hohen Kundenanforderungen an die Produkte und Dienstleistungen gerecht werden können. Darüber hinaus erweitert sich das Spektrum der Anforderungen unserer Kunden mit der Erschließung neuer Geschäftsfelder. Um diesen neuen Kundenanforderungen zu entsprechen und frühzeitig neue Anwendungen nutzen zu können, streben wir eine enge Zusammenarbeit mit unseren Großkunden im Hardware- wie auch im Software- und Lösungsgeschäft an. Ein Nutzen aus dieser Zusammenarbeit sind innovative Geschäftsideen und kundenspezifische Produkte und Lösungen.
Eine führende Stellung bei Innovationen und Qualität grenzt Wincor Nixdorf positiv vom Wettbewerb ab. Es ist unser wichtigstes Ziel, unseren Vorsprung im technischen Know-how zu halten und weiter auszubauen. Die Erreichung dieses Ziels erfordert das schnelle Erkennen und die schnelle Behebung von möglichen Schwachstellen unserer Produkte und Dienstleistungen. Dies fördern wir durch die fortlaufende Arbeit an Innovation und Qualität. Risiken, die aus Qualitätsmängeln entstehen können, wird durch unser Qualitäts- und Umweltmanagementsystem entgegengewirkt. Konkret bedeutet dies, dass eine vorbeugende Integration der Risikobetrachtung in allen Entwicklungsphasen, ein strenges Produktfreigabesystem und Versicherungen diese Risiken minimieren.
IT-Risiken.
Das Arbeitsfeld von Wincor Nixdorf ist sehr stark von IT geprägt. Fehlende Verfügbarkeit der IT-Systeme kann die Erreichung interner Produktivitätsziele beeinflussen sowie Schadensersatzanforderungen unserer Geschäftspartner hervorrufen. Darüber hinaus sind wiederholt Angriffsversuche von außen zu verzeichnen, insbesondere durch Viren und Trojaner. Auch in der Zukunft ist mit diesen Angriffsversuchen zu rechnen. Daher arbeiten wir ständig an der Optimierung der Systeme zur Informationssicherheit.
Im Rahmen unseres Informationssicherheitsmanagementsystems optimieren wir die vorhandenen Systeme kontinuierlich weiter, indem wir gezielte Schutzbedarfsanalysen durchführen. Gegen mögliche Betriebsstörungen von außen, beispielsweise durch das Eindringen von Viren in das Computersystem, setzen wir grundsätzlich die aktuellsten auf dem Markt verfügbaren Hardware- und Software-Komponenten ein. Darüber hinaus lassen wir unsere IT-Systeme und IT-Landschaften regelmäßig von unabhängigen Experten prüfen. Um dies fortlaufend sicherzustellen, arbeiten die betroffenen Abteilungen streng nach TÜV/ISO-Standards und sind nach ISO 27001 zertifiziert.
Rechtliche Risiken.
Rechtsstreitigkeiten, die einen nennenswerten Einfluss auf die finanzielle Lage des Konzerns haben können, sind zurzeit weder bekannt noch angedroht. Wincor Nixdorf unterliegt jedoch Risiken im Zusammenhang mit möglichen zukünftigen Rechtsstreitigkeiten. Die Verwicklung in solche Rechtsstreitigkeiten entsteht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftsaktivitäten, so aus Behauptungen falscher Lieferungen von Produkten und Dienstleistungen, Produkthaftungen, Produktfehlern, Qualitätsproblemen oder Schutzrechtsverletzungen. Es kann nicht garantiert werden, dass die Ergebnisse dieser oder anderer Rechtsstreitigkeiten den Geschäftsaktivitäten oder dem Ruf von Wincor Nixdorf nicht Schaden zufügen. Für die Zukunft können Ansprüche dieser Art und Rechtsstreitigkeiten auch mit nennenswertem Einfluss auf die finanzielle Lage des Konzerns nicht ausgeschlossen werden.
Personelle Risiken.
Für das Wachstum und die Entwicklung unseres Unternehmens ist die Leistung der Mitarbeiter essenziell. Wir stehen mit anderen Unternehmen im Wettbewerb um hoch qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Um diese Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig an uns zu binden, bieten wir attraktive Beschäftigungsbedingungen sowie umfassende Qualifizierungsangebote. Wir sehen keine nennenswerten Risiken, die eine notwendige Besetzung von Fach- und Führungskräften gefährden könnten, um unsere angestrebten Wachstumsziele zu erreichen.
Gesamtrisiko.
Gegenwärtig und in absehbarer Zeit sind keine Einzelrisiken erkennbar, die den Fortbestand des Wincor Nixdorf-Konzerns gefährden können. Auch die Gesamtsumme der Risiken lässt eine Gefährdung des Wincor Nixdorf-Konzerns nicht erkennen.
