Weltwirtschaft im Abschwung


Die Krise auf dem amerikanischen Immobilien- und Hypothekenmarkt wirkte sich im Berichtsjahr auch auf die internationalen Finanzmärkte negativ aus. Begleitet wurde dies von rezessiven Tendenzen innerhalb der amerikanischen Wirtschaft, von steigenden Rohstoffpreisen und neuen Höchstmarken beim Ölpreis. In Summe führten diese negativen Einflüsse zu einer Abschwächung des gesamtwirtschaftlichen Wachs-tums weltweit.

Der Ausblick für die Weltkonjunktur hat sich in den vergangenen Monaten deutlich eingetrübt. Als Risiken sehen viele Experten insbesondere die Turbulenzen auf den Finanzmärkten und die Schwäche der US-Konjunktur sowie die hohe Inflation in vielen Ländern. Insgesamt geht der Internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2008 um 3,7 % wachsen wird. Im Vorjahr hatte die Wachstumsrate noch bei 5,0 % gelegen. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute (Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose) haben in der »Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2008« die Prognosen gesenkt und bewerten die Aussichten nun pessimistischer. Sie prognostizieren einen deutlich geringeren Anstieg der Weltproduktion um nur 2,5 % im Jahr 2008.

Auch die deutsche Konjunktur bekommt die Auswirkungen dieser krisenhaften Entwicklungen zunehmend zu spüren, so die Einschätzung der Projektgruppe. Diese prognostiziert für 2008 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 %. Die Gefahr einer Rezession sei deutlich gestiegen, so die Wirtschaftsforscher. Andere Experten gehen sogar davon aus, dass sich Deutschland bereits in einer Rezession befindet.

Im Euroraum erwartet die Projektgruppe für 2008 ein Wachstum in Höhe von ca. 1,0 %. Eine Vielzahl von Faktoren - die Situation auf den Immobilien- und Finanzmärkten sowie die Entwicklung der Wechselkurse und Rohstoffpreise - wirke sich belastend aus, so dass der Euroraum voraussichtlich in eine Rezession rutscht.

Für Asien rechnet das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW) laut Prognose »Weltkonjunktur im Herbst 2008« von Anfang September für 2008 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um 7,6 % - es liegt damit leicht unter dem 5-Jahres-Durchschnitt. Für die bisherigen Wachstumstreiber China und Indien sieht das IfW ein verlangsamtes Wachstum auf dennoch hohem Niveau: Doch auch hier gibt es Risiken - zum Beispiel die steigende Inflation in vielen Ländern.

Die US-Wirtschaft litt auch im Berichtsjahr weiter unter den Auswirkungen der Immobilienkrise. Zur Stabilisierung der Märkte senkte die US-Notenbank den Leitzins in mehreren Schritten auf 1,0 %. Der IWF geht davon aus, dass die US-Wirtschaft in 2008 nur um 1,4 % wachsen wird.

Instabile Währungsentwicklung.

Das Geschäftsjahr war von einem gegenüber dem Euro sehr schwachen US-Dollar geprägt: Lag der Euro nach dem Ausbruch der amerikanischen Immobilienkrise und zu Beginn des Geschäftsjahres 2007/2008 noch auf dem Niveau von 1,42 USD, so stieg er im weiteren Verlauf der Krise und getrieben von der Zinsdifferenz zwischen den USA und dem Euroraum bis Mitte Juli 2008 auf einen neuen Höchststand von rund 1,60 USD. Einen Großteil der Kursgewinne hatte der Euro bis zum Geschäftsjahresende allerdings wieder eingebüßt. Am 11. September erreichte der Eurokurs das Jahrestief von unter 1,39 USD. Zum Geschäftsjahresende lag er bei 1,43 USD.

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