In den etablierten Märkten Europas und in den USA investierten Handelsunternehmen im Berichtsjahr nur zurückhaltend in grundlegend neue Technologien zur Automatisierung. Damit stellte sich die Branche auf die sich eintrübenden wirtschaftlichen Aussichten ein. Gleichwohl führte der scharfe Wettbewerbsdruck dazu, dass Ersatzinvestitionen mit der Einführung neuer Soft- und Hardware verbunden wurden, um weitere Rationalisierungspotenziale zu heben. In den Emerging Markets geht die Expansion der internationalen Handelskonzerne weiter. Dabei übertragen sie zumeist ihre bewährten Geschäftsmodelle, treffen jedoch vor Ort zunehmend auch auf innovative und wachsende lokale Anbieter.
Der generelle Trend zur Differenzierung der Betriebstypen und der Sortimente hielt weltweit an. Parallel dazu entwickeln viele Handelsunternehmen neue Service- und Dienstleistungskonzepte. Insbesondere Investitionen in moderne Kassensysteme spielen dabei eine wesentliche Rolle. Insgesamt sagen die Marktforscher von PAC für den Handel weltweit ein durchschnittliches jährliches Wachstum der Ausgaben für Filial-Hardware von 4 % für die Jahre 2007 bis 2011 voraus. Bei Filial-Software/-Services prognostiziert PAC ein durchschnittliches Plus von ca. 6 % p. a.
Die Entwicklung bei den Handelskonzernen im Berichtsjahr lässt sich in folgenden wesentlichen Trends zusammenfassen:
Optimierung der Kunden-Services und der Prozesseffizienz.
Angesichts des harten Wettbewerbs im Handel sind der Kampf um Kostenvorteile ebenso wie Anstrengungen, sich mit mehr Kundenfreundlichkeit vom Wettbewerb abzuheben, wichtige Kriterien bei Investitionen.
Checkout:
Als einer der Innovationsschwerpunkte in der Handelsfiliale erweist sich der Prozess der Registrierung der gekauften Waren und des Bezahlens (Checkout-Prozess). Derzeit beschäftigen sich weltweit nahezu alle großen Handelskonzerne mit neuen Konzepten für den Checkout-Bereich an der Kasse. Das Spektrum reicht dabei von reinen SB-Konzepten über mitarbeiterbediente Technologien bis hin zu Mischformen. Wichtige Aspekte für mehr Kundenfreundlichkeit sind dabei geringere Wartezeiten an der Kasse sowie längere Öffnungszeiten oder zusätzliche Beratungsleistungen bei gleichem Personalbestand. Ebenso sollen modifizierte Kassenabläufe die Prozesskosten senken sowie die Datengenerierung und ihre Einbindung in die Konzern-IT verbessern. Als konservativere Variante nutzen viele Handelskonzerne Ersatzinvestitionen, um ihre elektronischen Kassensysteme durch neue leistungsfähigere Systeme zu ersetzen, die, verbunden mit der entsprechenden Software, wesentlich zu einem besseren Management der Prozesse in der Filiale beitragen.
Automatisierung:
Erhebliches Verbesserungspotenzial bietet der Umgang mit Bargeld in der Handelsfiliale und im jeweiligen Backoffice. Auch die automatisierte Rücknahme von Leergut trägt dazu bei, die Prozesseffizienz deutlich zu heben und gleichzeitig mehr Kundenfreundlichkeit zu erreichen. Ebenso kommen Kiosk- sowie Visual-Merchandising-Lösungen (elektronische Werbeplakate für die Produktpräsentation, für Aktionshinweise und als Werbeträger) zunehmend zum Einsatz, um die Verkaufsleistung zu erhöhen.
IT-gestützte Services für Kunden:
Handelsunternehmen setzen verstärkt auf neue, oft IT-gestützte Service- und Dienstleistungskonzepte, um sich positiv von der Konkurrenz abzuheben. Ein Beispiel ist die mobile Shopping-Technologie: So können Kunden mit kleinen Handhelds beim Einkaufen im Supermarkt die Ware selbst scannen. Ihr Vorteil: laufende Kostentransparenz und weniger Wartezeit an der Kasse! Aber auch vom Service-Personal können mobile Endgeräte genutzt werden - etwa zur laufenden Nachbestellung von Waren. Ein weiteres Beispiel für die Nutzung moderner Technologien sind elektronische Displays zu Informations- und Werbezwecken. Voraussetzung für die Nutzung dieser Technologien ist die Vernetzung mit Zentralsystemen, die einen ständigen Datenaustausch sicherstellt.
IT-Standardisierung vorantreiben.
Insbesondere multinationale Handelsunternehmen vertrauen immer häufiger auf international einheitliche Hard- und Software sowie auf unternehmensweit einsetzbare Dienstleistungen (Glossar) . Die Unternehmen wählen deshalb verstärkt eine einheitliche Software-Plattform für alle Filialen aus, die dann lediglich länderspezifisch angepasst wird. Wichtig für die Zukunftsfähigkeit ist allerdings, dass die Software unterschiedliche Anwendungen - mobil, stationär, selbstbedient oder mitarbeiterbedient - unterstützt. Wichtig ist außerdem, dass sich die Filialsoftware in die Zentralsysteme integrieren lässt.
