Entwicklung nach Geschäftsarten


An den Umsatzerlösen gemessen wuchs das Hardware-Geschäft im Berichtsjahr um 7 % auf 1.346 Mio. € (2006/2007: 1.254 Mio. €). Der Anteil am Gesamtumsatz betrug damit wie im Vorjahr 58 %. Deutlich zugelegt hat der Absatz von High-End-Systemen wie zum Beispiel multifunktionalen Geldautomaten und Automated-Checkout-Systemen (Glossar.

Ganz im Zeichen des weltweiten Wettbewerbs- und Kostendrucks hat Wincor Nixdorf bereits vor einigen Jahren einen globalen Produktionsverbund etabliert. Dieser ermöglicht es, auf Markterfordernisse flexibel und zeitnah zu reagieren. Zum Produktionsverbund gehören neben den deutschen Standorten Paderborn und Ilmenau die Werke in Singapur, Shanghai (China) und in São Paulo (Brasilien). Innerhalb dieses Verbundes blieben die Werke in Deutschland Lieferant für höherwertige mechatronische Komponenten sowie für Recycling- und Deposit-Systeme.

Effizienz und Qualität - auf diesen Aspekten liegt auch in der Fertigung unser ständiges Augenmerk. So haben wir im Berichtsjahr in unserem Werk in Paderborn die neue Lackieranlage in Betrieb genommen, die sowohl bei Umwelt- als auch bei Fertigungsstandards den höchsten Ansprüchen genügt. Am Standort Ilmenau wurde im Februar 2008 der neue Gebäudekomplex bezogen. Dort entwickeln und produzieren wir Leergutrücknahmesysteme und die dazugehörige Software. Vertrieb, Kundenbetreuung und Service für dieses Geschäftsgebiet werden ebenfalls von hier aus gesteuert.

Bereits im Geschäftsjahr 2006/2007 haben wir den Produktionsstandort in Shanghai ausgebaut - im Berichtsjahr wurde er weiter gestärkt: Neben Produkten für den Handel sollen dort in Zukunft auch Geldautomaten insbesondere für den chinesischen Markt produziert werden. Der Standort Singapur bleibt dagegen unsere Drehscheibe für alle Aktivitäten in der Region Asien/Pazifik/Afrika und die Zentrale für die Produktion in der Region.

Wincor Nixdorf hat den globalen Produktionsverbund dezentral nach dem Prinzip »local for local« organisiert: Die Produktionsstätten in Singapur, Shanghai und São Paulo decken den Bedarf der Kunden in ihren Regionen so weit wie möglich selbst. Sofern über Prozessinnovationen möglich, gilt dies auch für unsere deutschen Produktionsstandorte und Lieferungen nach Europa. Das Prinzip »local for local« erlaubt es uns, schneller und flexibler auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und so am Wachstum der Regionen stärker zu partizipieren. Ein weiterer Vorteil: Das höhere Produktions- und Einkaufsvolumen in den lokalen Märkten verringert den Einfluss von Währungsschwankungen.

Im Geschäftsjahr 2007/2008 wurden die Prozesse an allen Produktionsstandorten weiter standardisiert und optimiert: So haben wir durch eine weltweit einheitliche IT-Plattform für die Fertigungssteuerung unsere Produktivität erneut gesteigert. Ebenso optimierten wir das weltweite Lieferantenmanagement sowie die Planung und Steuerung der Einkaufsvolumina und Werkkapazitäten weiter. Zudem hat Wincor Nixdorf damit begonnen, Prinzipien der Lean Production an allen Standorten einzuführen.

Die Umsatzerlöse für Software/Services erhöhten sich im Geschäftsjahr um 9 % auf 973 Mio. € (2006/2007: 891 Mio. €). Die Geschäftsart Software/Services umfasst alle dienstleistungsorientierten Angebote des Unternehmens: den Verkauf von Software-Lizenzen, die Beratung der Kunden in allen Aspekten neuer Lösungen sowie die Implementierung und Integration vor Ort (»Professional Services« (Glossar). Hinzu kommen sämtliche Dienstleistungen (Glossar, die einen kostengünstigen und reibungslosen Betrieb der bei den Kunden installierten IT gewährleisten.

Der Anteil des Software/Services-Geschäfts am Gesamtumsatz erreichte auch im Berichtsjahr wieder 42 % (2006/2007: 42 %). Die hohe Wachstumsrate beim Umsatz zeigt den anhaltenden Ausbau der Dienstleistungen, wenn auch der stabile Anteil am Gesamtumsatz dies aufgrund der ebenfalls sehr guten Entwicklung im Hardware-Geschäft noch nicht widerspiegelt.

Im Bereich Software hat Wincor Nixdorf seine Position als Innovationsführer erfolgreich ausgebaut:

Im Segment Banking (Glossar stieß insbesondere die Retail Banking Solution Suite (ProClassic/Enterprise) auf großes Interesse. Diese führt die Hauptprozesse im Retailbanking (Vertrieb und Marketing/Service- und Supportleistung) in Kanal-, IT-Integrations- und Kundenbereiche zusammen und steuert übergreifende Prozesse. Banken erschließen sich bei der Nutzung Vorteile wie eine einfache und schnelle Integration der Vertriebskanäle (Glossar sowie eine verbesserte Aufbereitung von Informationen aus anderen Kanälen. Im Segment Retail wurde im Berichtsjahr die TP Application Suite (Glossar mit einem deutlich erweiterten Leistungsumfang vorgestellt: Die neuen Funktionen unterstützen die Standardisierung von Prozessen entlang der Wertschöpfungskette - von der Logistik bis zur Kasse - auch über Ländergrenzen hinweg.

Keine Software ohne Implementierung: Entsprechend gut entwickelt sich auch das Geschäft mit Integrationsleistungen, das Wincor Nixdorf in den kommenden Jahren deutlich ausbauen will. Auch das Geschäft mit Beratungsleistungen soll in den kommenden Jahren deutlich expandieren.

Im Geschäftsfeld Services weist der Trend, getragen vom guten Banking-Geschäft, ungebrochen nach oben. Den größten und zudem dynamisch wachsenden Anteil am Geschäftsvolumen halten die produktbezogenen Services. Dabei handelt es sich in der Regel um mehrjährige Verträge, die Installation, Wartung und Instandhaltung der Kundensysteme beinhalten.

Ein weiteres Services-Feld ist das operative Betreiben der IT-Infrastruktur im Rahmen definierter Aufgaben: Diese Managed Services (Glossar entlasten den Kunden beim Betrieb der installierten IT-Basis und optimieren seine Geschäftsprozesse. In diesem Bereich konnten wir insbesondere mit standardisierten Leistungspaketen punkten. Diese beinhalten den Remote-Service (netzgestützte Fernüberwachung) sowie die Inventarisierung und Software-Verteilung.

Unser am weitesten reichendes Service-Angebot schließlich ist das Outsourcing (Glossar: Dabei übernehmen wir vor allem für Banken den teilweisen oder kompletten Betrieb von filialbezogenen IT-Infrastrukturen und Anwendungen inklusive der Selbstbedienungsgeräte und Netzwerke. Dabei bieten wir die technische und operative Transaktionsabwicklung (Glossar an Geldautomaten sowie die Steuerung und Überwachung des Geldkreislaufs an - kurz: den kompletten Betrieb von SB-Applikationen und ihrer Infrastrukturen. Auf diesem Gebiet haben wir im Berichtsjahr unsere Aktivitäten in Deutschland und Großbritannien weiter ausgebaut (vgl. Segment Banking).

Technologische Basis für die Steuerung und Abwicklung unserer gesamten Service-Leistungen ist die »eServices Platform«. Sie bildet die Grundlage für die Fernüberwachung und -kontrolle der Kundensysteme beziehungsweise -geräte und sorgt für stabile Prozesse und deren gleichbleibend hohe Qualität: Alle Störungen können global erfasst sowie die notwendigen Maßnahmen automatisiert angestoßen und standardisiert abgewickelt werden. Außerdem kann der Kunde sich über ein Portal jederzeit über den aktuellen Betriebsstatus seiner Systeme informieren, Verfügbarkeiten mittels Reports prüfen und Bestandsinformationen einholen.

Zu Logistik-Services: Wir richteten im Berichtsjahr in Deutschland ein Rollout (Glossar-Center ein, das in Zukunft auch andere europäische Länder bei großen Rollout-Projekten unterstützen soll. In Singapur haben wir im Berichtsjahr ein neues Logistikzentrum in Betrieb genommen.

Umsatzaufteilung Hardware und Software/Services.                                       in Mio. €

Umsatzaufteilung Hardware und Software/Services (Balkendiagramm)
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