
Den Bargeldfluss managen
Jede Menge Bargeld verursacht jede Menge Kosten.
als 2000 warenim
Jahr 2008 im Umlauf
»Cash is King«: Auch 20 Jahre nach Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs spielen Bargeldtransaktionen in vielen Ländern der Erde immer noch die wichtigste Rolle. Allein in der Eurozone waren Ende 2007 nach Informationen der Europäischen Zentralbank Banknoten im Wert von 677 Milliarden € im Umlauf – dreimal so viel wie beim Start des Euros Anfang 2002. Doch nicht nur in Euroland herrscht in Sachen Bargeld Hochkonjunktur. Auch bei den US-Dollar-Noten wuchs der Umlauf seit der Jahrtausendwende bis Ende vorigen Jahres um 42 %, wie AGIS Consulting in seiner Studie »The Future of Cash« berichtet. Und in zahlreichen Ländern Asiens, in denen nicht jeder über ein eigenes Bankkonto verfügt, kursieren ebenfalls große Mengen Banknoten, noch dazu mit geringem Wert.
Was diese Zahlen nicht verraten: Der Fluss von Banknoten und Münzen verursacht jede Menge Arbeit, enorme Kosten und ist an vielen Stellen nicht ohne Risiko. Schon die Annahme von Bargeld und Herausgabe des Wechselgeldes etwa an der Supermarktkasse ist personalaufwändig. Ganz abgesehen davon, dass nach dem Ende einer Kassiererschicht der Kassenbestand häufig nach dem Vieraugenprinzip kontrolliert, das heißt nachgezählt werden muss.
Der Weg des Bargelds zurück zum Verbraucher ist ebenfalls vielschichtig. Er führt zunächst über Werttransportunternehmen, die das Geld in der Regel über eigene Cash Center den Zentralbanken zuführen. Dort werden alle Noten einem Echtheits- und »Fitness«-Test unterzogen, sortiert und nach bestandener Prüfung erneut über Werttransportunternehmen zurück an die Banken geleitet. Diese bestücken damit ihre Cash Points (Glossar) – Geldautomaten, Tresore und Kassen – und schleusen das Bargeld so wieder zurück in den Geldkreislauf.
