Im Produktbereich war Wincor Nixdorf vor allem mit seinen Cash-Systemen erfolgreich (Cash-in, Cash-out und Recycling-Systeme). Dabei verzeichneten wir sowohl im Bereich der High-End-Systeme als auch im volumenstarken Geschäft mit einfacheren monofunktionalen Systemen eine sehr hohe Nachfrage. Treiber für das weltweite Geschäft waren Neuinstallationen von Systemen und in zunehmendem Umfang auch Ersatzinvestitionen für ältere Systeme. Aufträge kamen sowohl von Banken als auch von unabhängigen Anbietern.
Einen innovativen Kristallisationspunkt bilden im High-End-Bereich weiterhin unsere intelligenten Recycling- und Deposit-Systeme, bei denen wir uns als Technologieführer sehen. So ist zum Beispiel der kompakte Recycler ProCash 4000 erfolgreich im Einsatz, wie zahlreiche große Aufträge aus Europa und Asien zeigen. Die Vorteile des Systems ergeben sich aus der Kassettentechnologie, die das Systemhandling sowie die Befüllung und Leerung vereinfacht.
Bei Cash/Check-Deposit-Systemen, die wir als erster Anbieter bereitstellten, konnten wir im Berichtsjahr die Zahl unserer weltweiten Installationen auf annähernd 10.000 Systeme erhöhen. Unser Cash/Check-Deposit-Modul (Glossar) , das bis zu 50 Schecks gebündelt oder Geldnoten automatisiert annimmt, bieten wir bereits in der dritten Technologiegeneration an. Der Wegfall der manuellen Weiterverarbeitung von Schecks und Bargeld führt zu deutlichen Kostensenkungen.
Im Bereich Automatische Kassentresore (Glossar) stieg die Nachfrage nach Recycling-Modellen an. Auch Systeme mit »bedienter Selbstbedienung« konnten zulegen. Diese Systeme verkürzen den Prozess der Geldbetragsauszahlung an den Kunden über vorgangsbezogene Magnetstreifenkarten (»bediente Selbstbedienung«).
Größere Erfolge konnten wir mit ähnlichen Systemen der »bedienten Selbstbedienung« in einem interessanten Nischenmarkt erzielen: dem Casino-Geschäft. Aus Nordamerika und Asien erhielten wir Aufträge für SB-Systeme, an denen man sich Gewinne auszahlen lassen kann. Damit wird der gesamte Bargeld-Verarbeitungsprozess in den Casinos automatisiert und optimiert.
Das Geschäft mit volumenstarken monofunktionalen Cash-Systemen wurde getragen durch die Zunahme an SB-Bankleistungen in den »Emerging Markets«. Zulegen konnten wir auch bei »Drittplatz-Installationen«. Bankkunden können hier an stark frequentierten Orten Geld abheben.
Bei Non-Cash-Produkten (Glossar) stieg das Geschäftsvolumen im Bereich der Bankenterminals weiter an, die kundenbezogene Routinevorgänge in Bankfilialen auf SB-Anwendungen übertragen und dem Bankkunden mehr Service bieten. Der Absatz dieser Systeme wurde deutlich gesteigert.
Unser SB-Terminal ProInfo 1000 konnten wir zudem erfolgreich in »bankfremden« Bereichen wie Krankenhäusern oder Supermärkten positionieren. In Frankreich beispielsweise wurden diese Terminals als Kartenverkaufssysteme in das Netzwerk eines Kinobetreibers integriert und von den Kinogängern hervorragend angenommen. Als Erfolg erwies sich auch unsere Employee-Self-Services-Lösung (Glossar) , die inzwischen bei weiteren Industrieunternehmen eingesetzt wird. Diese Lösung ermöglicht allen Mitarbeitern eines Unternehmens, die über keinen Intranet-Zugang verfügen, den Zugriff auf Personalinformationen per Kioskterminal.
Das Geschäft mit Beleg- und Dokumentendruckern blieb auf unverändert hohem Niveau.
Software/Services.
Das Geschäft mit Software und Dienstleistungen im Segment Banking (Glossar) ist wie in den Vorjahren deutlich gewachsen. Unser gesamtes Software-Portfolio trug zu diesem Wachstum bei. Bestehende Konzepte wurden von uns weiterentwickelt und haben das Geschäft zusätzlich belebt.
Basis des Software-Erfolgs ist die Softwarefamilie ProClassic. Mit dieser Software liefert Wincor Nixdorf Geldinstituten speziell auf den Kanal Selbstbedienung zugeschnittene Standardfunktionen sowie Management- und Betriebslösungen. Diese Funktionen sind auch auf Geräten anderer Hersteller in einer Multivendor-Lösung (Glossar) lauffähig und ermöglichen so den kostengünstigen Betrieb eines SB-Netzwerks sowie die schnelle Verfügbarkeit neuer Funktionen. Entsprechend der Gesamtkundenstrategie einer Bank lässt sich die Software um Funktionen zur individuellen Kundenansprache über SB-Systeme erweitern.
Auf den Erfahrungen im SB-Umfeld mit ProClassic aufbauend bieten wir die vertriebskanalübergreifende Software ProClassic/Enterprise, für die sich im Berichtsjahr weitere international renommierte Kunden entschieden.
Diese Software bildet Aspekte der IT (Infrastruktur, Sicherheit sowie Optimierung und Management) und die darauf aufbauenden Prozesse der Bank (Kundenbearbeitung, Geschäfts- und Transaktionsabwicklung) übergreifend ab. Dadurch wird neben dem reinen IT-Management in jedem der von der Bank genutzten Vertriebskanäle (Glossar) das Zusammenspiel unterschiedlicher Geschäftsgebiete der Bank erreicht. Leistungen und Erlöse an der Kunden-Bank-Schnittstelle werden so erhöht und Geschäftsvorgänge optimiert. Gleichzeitig stellen wir in den Geldinstituten die Vereinheitlichung der IT-Infrastrukturen unter Kosten- und Architekturaspekten sicher. Neue Funktionen und Abläufe stehen damit allen Kanälen oder Anwendern zur Verfügung.
Im Berichtsjahr haben wir unser Software-Portfolio weiterentwickelt und neu ausgerichtet, um es zu systematisieren und gezielter an Kundenprozessen zu orientieren. Wir schaffen damit ein aufeinander abgestimmtes modulares Software-Angebot, das wir mittelfristig um zusätzliche Module erweitern werden. Unter der Bezeichnung ProClassic/enterprise (PC/e) Banking Solution Suite werden wir dieses neue Strukturkonzept im Geschäftsjahr 2007/2008 vorstellen.
Im Berichtsjahr wurden bereits einige der Module erfolgreich im Markt platziert:
- ein Basismodul zum Betrieb der Schalter/Kasse-Umgebung,
- das Modul Cash Management (Glossar) zur Analyse und Optimierung der Bargeldbestände im Filialnetz einer Bank,
- das Modulset Security, bestehend aus Sicherheitslösungen, beispielsweise zum Schutz vor Computerviren in IT-Netzwerken, zur sicheren Datenkommunikation oder zum Manipulationsschutz für unsere Systeme.
Das Services-Geschäft mit Banken ist ebenfalls weiter stark gewachsen. Im Berichtsjahr bauten wir unsere Service-Infrastrukturen weiter aus und steigerten unser produktbezogenes Services-Geschäft erheblich. Wir haben insbesondere in den USA und in Asien unsere eigene Service-Organisation verstärkt. Das Outsourcing (Glossar) -Geschäft, für das wir im Berichtsjahr einen weiteren großen Kunden gewannen, wurde konzeptionell vorangebracht und ausgeweitet. Zudem ist uns der Einstieg in das Transaction Processing bei einem internationalen Geldinstitut gelungen. In diesem Prozess steuern wir die Verarbeitung von Transaktionen zwischen Endgeräten, bankenübergreifenden Netzwerken und Rechnersystemen (Host) über Knotenpunkte (so genannte Switches). Wir betreiben dabei die Kommunikations- und Netzwerk-Infrastruktur sowie die Software für den Kunden. So können wir den gesamten Prozess überwachen und hohe Verfügbarkeit und Sicherheit bieten.
