Entwicklung nach Geschäftsarten


Wincor Nixdorf erbringt seine Leistungen immer häufiger in Kombination von Hardware/Software oder verbundenen Service-Leistungen. Zur besseren Transparenz weisen wir die Leistungen getrennt nach Produkten (Hardware) und Software/Services aus.

Die Umsatzerlöse aus dem Produktgeschäft erhöhten sich um 8 % auf 1.254 Mio. € (2005/2006: 1.157 Mio. €). Der Anteil der Erlöse aus dem Produktgeschäft, bezogen auf den Gesamtumsatz, belief sich im Berichtszeitraum auf 58 % (2005/2006: 59 %).

Gegenüber dem Vorjahr ist der Absatz von Hardware wie Geldausgabeautomaten oder elektronischen Kassensystemen deutlich gestiegen. Daher ließen sich in der Produktion erhebliche Skaleneffekte erzielen. Zugleich verzeichneten wir überproportionale Zuwächse der Stückzahlen bei High-End-Systemen wie multifunktionalen Bankautomaten.

Um uns weiterhin darauf einzustellen, kostengünstig und gleichzeitig flexibel zu fertigen, haben wir das internationale Fertigungsnetzwerk im Berichtsjahr weiter ausgebaut. Alle größeren Produktionsstandorte wurden erweitert und an die Herausforderungen der Zukunft angepasst:

In Deutschland investierten wir am Standort Paderborn in eine neue Lackieranlage, die nach modernsten Umwelt- und Fertigungsstandards ausgelegt ist. Damit übertreffen wir auf vorbildliche Weise die an zeitgemäße Lackierverfahren gestellten ökologischen Ansprüche. Gleichzeitig steigern wir den Durchlauf sowie unsere Flexibilität, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen und die farbliche Variabilität zu erhöhen. In unserem weltweiten Produktionsnetzwerk ist der Standort Deutschland (Paderborn, Ilmenau) als Technologielieferant für mechatronische Komponenten, Recycling- und Deposit-Systeme von zentraler Bedeutung. Außerdem wird der europäische Markt von Paderborn aus logistisch betreut.

Am Standort Ilmenau, der sich auf Leergutrücknahmesysteme für den Handel konzentriert, legten wir den Grundstein für ein neues Betriebsgebäude. In dem neuen Gebäudekomplex vereinen wir zukünftig unter einem Dach die Hard- und Software-Entwicklung, die Systemfertigung, das Vertriebsmanagement sowie die Kundenbetreuung und den Service. Diese Einheiten waren bislang auf unterschiedliche Standorte verteilt. Durch die Neuordnung können wir schneller und direkter auf Markterfordernisse eingehen und die Internationalisierung unseres Geschäfts besser vorantreiben.

In Asien weiteten wir unsere Produktionskapazitäten aus und stärkten damit unsere Fähigkeiten, mit unserem weltweiten Produktionsverbund noch besser Skaleneffekte zu erzielen. Zudem unterstützen Investitionen unser Wachstum in der Region Asien/Pazifik/Afrika, da wir unsere Standorte als dezentrale Fertigungen einrichten und so verkürzte Lieferzeiten erzielen. Dieses Prinzip »local for local« werden wir weiterverfolgen.

Am Standort Singapur, der für uns auch Drehscheibe aller Aktivitäten in der Region Asien/Pazifik/Afrika ist, bauten wir die Produktion von Banksystemen weiter aus. Zugleich nahmen wir im September 2007, verbunden mit dem 25-jährigen Jubiläum des Standorts, die Produktion einer neuen Geldautomaten-Linie auf, die zum überwiegenden Teil dort entwickelt worden ist.

Das Werk in Shanghai erweiterte seine Kapazitäten. Wir verfügen jetzt über eine Produktionsfläche, die mit 15.000 m2 dreimal so groß ist wie bisher. Um Innovationen schneller auf den chinesischen Markt zu bringen und flexibel auf die lokalen Bedürfnisse eingehen zu können, haben wir zudem ein weiteres Software Competence Center eingerichtet. Als Bestandteil des weltweiten Software-Entwicklungsnetzwerks stärkt es die Kapazitäten zur Integration und Adaption von internationaler Software. Damit trägt es zum Ausbau des Software/Services-Geschäft in der Region bei.

Ein internationales Produktionsnetzwerk funktioniert nur mit einer IT-Standardisierung über alle Prozesse – von der Produkteinführung über die Produktlieferung bis zum Qualitätsmanagement. Daher wurde im Berichtsjahr die einheitliche IT-Plattform für alle Produktionsstandorte erweitert und verbessert. Standardisierte Prozesskennzahlen (Key Performance Indicators – KPIs) verbessern das Prozesscontrolling und erhöhen die Fertigungseffizienz. Im nächsten Schritt werden wir das Management der weltweiten Lieferanten optimieren und eine werkübergreifende Planung und Steuerung der Kundenbedarfe und unserer jeweiligen Werkkapazitäten installieren.

Im Software/Services-Geschäft erhöhten sich die Umsatzerlöse um 13 % auf 891 Mio. € (2005/2006: 791 Mio. €).

Das Software/Services-Geschäft umfasst alle dienstleistungsorientierten Angebote des Unternehmens. Dazu zählen neben dem Verkauf von Software-Lizenzen auch die Beratung der Kunden im Hinblick auf neue Lösungen sowie die Implementierung und Integration vor Ort (Professional Services).

Hinzu kommen sämtliche Services-Aktivitäten, die einen kostengünstigen und reibungslosen Betrieb der installierten IT gewährleisten.

Der Anteil des Software/Services-Geschäfts am Gesamtumsatz konnte im Berichtsjahr aufgrund der guten Wachstumsraten auf 42 % (2005/2006: 41 %) leicht gesteigert werden. Damit setzte sich die Entwicklung der Vorjahre fort. Langfristiges Ziel von Wincor Nixdorf bleibt es, die Hälfte des Konzernumsatzes mit Software/Services zu erzielen.

Das Software-Geschäft erhielt im Segment Banking (Glossar erfreuliche Wachstumsimpulse durch die Software ProClassic/Enterprise. Diese erlaubt Geldinstituten, ihre auf den individuellen Bankkunden zugeschnittenen Leistungen über alle Vertriebskanäle (Glossar hinweg anzubieten. Darüber hinaus erleichtert sie die institutsweite Vereinheitlichung der IT-Prozesse und der darunter liegenden Infrastrukturen. Im Handel stieß die Software TP.net auf eine erfreulich gestiegene Nachfrage. TP.net ermöglicht die Standardisierung von Software-Lösungen multinationaler Konzerne über Ländergrenzen hinweg. Mit zielgerichteten Investitionen in den vergangenen Jahren sowie beharrlicher Entwicklungsarbeit ist es Wincor Nixdorf gelungen, auf beiden Gebieten eine Position als Innovationsführer aufzubauen.

Erfreulich entwickelte sich zudem das IT-Beratungsgeschäft. Speziell nachgefragt wurden Integrations- und Implementierungsleistungen. Diese Professional Services sollen in den nächsten Jahren konsequent weiter ausgebaut werden. In Deutschland ist das Geschäft in zwei separaten Tochtergesellschaften – der Wincor Nixdorf Banking Consulting GmbH und der Wincor Nixdorf Retail Consulting GmbH – gebündelt.

Das Services-Geschäft ist wie in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf das gute Geschäft im Bankenbereich.

Das Leistungsspektrum beginnt bei produktbezogenen Services. Es handelt sich dabei um oft mehrjährige Pakete, die Installation, Wartung und Instandhaltung der Kundensysteme beinhalten. Ein weiteres Leistungsfeld ist die Übernahme von einzelnen Aufgaben in Form von Managed Services (Glossar, die den Kunden beim Betrieb der installierten Basis entlasten. Am umfassendsten ist schließlich die Übernahme des teilweisen oder kompletten Betriebs von IT-Infrastrukturen und Anwendungen bei Banken und Handelsunternehmen im Rahmen des Outsourcings (Glossar (vgl. Kapitel Strategie).

Die produktbezogenen Services machen weiterhin den größten Anteil am Geschäftsvolumen des Services-Geschäfts aus. Dazu zählen sämtliche Dienstleistungen innerhalb der Prozesskette: von Planung und Rollout (Glossar der IT-Systeme bis hin zu Vor-Ort-Services einschließlich IMAC/R-Leistungen (Install, Move, Add, Change, Remove) sowie Ersatzteil- und Verbrauchsmaterialversorgung.

Sehr gut läuft das Geschäft mit standardisierten Services- und Instandsetzungsmodellen: Mittels Service-Desk-Leistungen werden Vorfallsmeldungen vorab geklärt und, wenn notwendig, über Service-Einsätze vor Ort abgewickelt.

Die Aktivitäten auf dem Gebiet von High-End-Services weiteten wir im Berichtsjahr mit mehreren neuen Kundenprojekten aus. Bei Managed Services konnten wir insbesondere mit Leistungen punkten, die sich auf den operativen Betrieb installierter Systeme beziehen und zum Beispiel die netzgestützte (Remote-)Überwachung, Inventarisierung und Software-Verteilung umfassen. Gestiegen ist auch die Nachfrage bei Managed Cash Services für die optimale Bargeldversorgung und maximale Verfügbarkeit der Geldautomaten. Im Outsourcing gewannen wir neue Kunden hinzu. Einige weitere namhafte Unternehmen lassen künftig ihre filialbezogene IT-Infrastruktur komplett von uns betreiben.

Geographisch hat Wincor Nixdorf im Berichtsjahr sein globales Service-Netz weiter ausgedehnt. In allen Regionen erweiterten wir unser Partnernetzwerk und verstärkten unsere eigenen Ressourcen.

Technologische Basis für die Steuerung und Abwicklung unserer gesamten Service-Leistungen ist die »eServices Platform«, auf die wir die Systeme unserer Kunden sowie unsere eigenen Service-Ressourcen in weiteren Ländern aufschalteten. Die »eServices Platform« bietet die Grundlage für die Fernüberwachung und -kontrolle der Kundensysteme und -geräte. Automatisch werden alle Störungen auf Kundenseite erfasst, die notwendigen Maßnahmen angestoßen und standardisiert abgewickelt.

Da bestmöglicher Service bereits mit entsprechend ausgestatteten und konfigurierten IT-Systemen beginnt, statten wir alle eigenen Produkte mit Fähigkeiten und Funktionen aus, die proaktive Service-Aktionen durch Remote-Anbindung ermöglichen.

Im Rahmen unserer Logistikangebote haben wir im Berichtsjahr das »Remarketing« zur Rücknahme und Wiederverwendung gebrauchter Produkte eingerichtet. Sowohl auf dem deutschen Markt als auch international konnte Wincor Nixdorf mit dem Remarketing-Angebot bereits erste Erfolge verbuchen.

Umsatzaufteilung Produkte und Software/Services.                                        in Mio. €

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