Währungsrisiken.
Im Wincor Nixdorf-Konzern erfolgen Einnahmen und Ausgaben auch in Fremdwährung. Die WINCOR NIXDORF International GmbH ist die zentrale Drehscheibe des Konzerns für das Währungsmanagement. Bei ihr werden die Währungsrisiken identifiziert, quantifiziert und gesteuert. Darüber hinaus erfolgt durch die WINCOR NIXDORF International GmbH auch gegebenenfalls die Beschaffung der Devisen. Das Währungsrisiko ergibt sich durch Einnahmen und Ausgaben in verschiedenen Fremdwährungen. Bei Wincor Nixdorf sind dies vor allem der US-Dollar und das Britische Pfund. Durch natürliches Hedging, d.h. durch die Steuerung der Einnahmen und Ausgaben, wie zum Beispiel durch entsprechende Standortwahl oder Auswahl der Lieferanten, wird das Risiko beträchtlich verringert.
Das verbleibende Nettowährungsrisiko beläuft sich auf ca. 112 Mio. € aus dem US-Dollar sowie auf ca. 61 Mio. € aus dem Britischen Pfund und ist mit insgesamt ca. 8 % des Umsatzes als gering einzuschätzen. Das Risiko wird rollierend auf Monatsbasis für ein Jahr im Voraus durch entsprechende Gegengeschäfte mit externen Kontrahenten (Banken) abgesichert. Da die Sicherungsbeziehung als hochwirksam eingestuft wird, wird nach den Vorgaben des IAS 39 »Financial Instruments: Recognition and Measurement« ein Cashflow (Glossar) Hedge bilanziert.
Das Nominalvolumen der Devisentermingeschäfte beläuft sich zum Bilanzstichtag auf umgerechnet 154.356 T € (2005/2006: 131.900 T €). Die darauf entfallenden beizulegenden Zeitwerte, die sich aus der Bewertung zu Marktpreisen ergeben, betragen zum Bilanzstichtag 4.848 T € bzw. –46 T € (2005/2006: 1.276 T € bzw. –891 T €) und sind unter Berücksichtigung latenter Steuern erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital erfasst worden. Der Ausweis der beizulegenden Zeitwerte erfolgt in den sonstigen Vermögenswerten bzw. in den sonstigen Verbindlichkeiten. Der Marktpreis ergibt sich aus entsprechenden Quotierungen von Kreditinstituten. Die Devisentermingeschäfte werden bei Fälligkeit erfolgswirksam aufgelöst. Im Laufe des Geschäftsjahres sind 385 T € (2005/2006: –6.881 T €) erfolgswirksam aus der Neubewertungsrücklage aufgelöst worden. Der Ausweis erfolgt in den Umsatzkosten.
Konzernweit werden die verbleibenden Fremdwährungszahlungsströme zentral erfasst und wenn möglich gegenseitig ausgeglichen. Im Geschäftsjahr wurden keine Devisenoptionsgeschäfte durchgeführt.
Zinsrisiken.
Um Zinsänderungsrisiken zu reduzieren, hat Wincor Nixdorf drei Collars mit einem Nominalvolumen von insgesamt 150.000 T € mit verschiedenen Kreditinstituten abgeschlossen. Zwei der drei Collars haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2010, der dritte Collar eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2007.
Unter einem Collar wird die Kombination von Zinscap und Zinsfloor verstanden. Ein Zinscap ist eine Vereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer, wonach der Verkäufer dem Käufer auf ein vereinbartes Nominalvolumen über eine festgelegte Laufzeit die Differenz zwischen der vereinbarten Zinsobergrenze und dem eventuell höher liegenden Referenzzinssatz zu zahlen hat. Als einen Zinsfloor hingegen bezeichnet man eine Vereinbarung zwischen dem Verkäufer und Käufer, die festlegt, dass der Verkäufer dem Käufer auf ein vereinbartes Nominalvolumen über eine festgelegte Laufzeit die Differenz zwischen der vereinbarten Zinsuntergrenze und dem eventuell geringeren Referenzzinssatz zu zahlen hat. Wincor Nixdorf hat als Käufer der Zinscaps die Zinsobergrenze auf 5,00 % abgesichert und als Verkäufer der Zinsfloors die Zinsuntergrenze auf 1,75 % festgelegt. Der zugrunde liegende Referenzzinssatz ist der 3-Monats-EURIBOR. Durch den Abschluss der drei Collars ist Wincor Nixdorf einerseits gegen steigende Zinsen gesichert und kann andererseits bis zur Untergrenze von 1,75 % von fallenden Zinsen profitieren.
Zum Bilanzstichtag entwickelten sich die Zinscaps und Zinsfloors wie folgt:
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in T € |
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30.09.2007 |
30.09.2006 |
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Marktwert Zinscaps |
258 |
252 |
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Nominalvolumen Zinscaps |
150.000 |
150.000 |
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Marktwert Zinsfloors |
–7 |
–26 |
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Nominalvolumen Zinsfloors |
150.000 |
150.000 |
Der Marktwert ergibt sich aus der Bewertung der ausstehenden Positionen zu Marktpreisen ohne Berücksichtigung gegenläufiger Wertentwicklungen aus den Grundgeschäften. Er gibt an, wie sich eine Glattstellung der Zinscaps und Zinsfloors, d.h. durch Verkauf des Zinscaps und Kauf des Zinsfloors, zum Bilanzstichtag auf das Ergebnis ausgewirkt hätte. Zur Bestimmung des Marktwerts wurden entsprechende Quotierungen von Kreditinstituten eingeholt, die den Marktwert auf Basis von internen Mark-to-Market-Modellen ermitteln. Da die zugrunde liegenden Kontrakte mit bonitätsmäßig einwandfreien Banken abgeschlossen wurden, sind Kreditrisiken für diese Finanzinstrumente vernachlässigbar.
Der positive Marktwert der Zinscaps zum 30. September 2007 wird unter den langfristigen sonstigen Vermögenswerten und der negative Marktwert der Zinsfloors unter den langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten gezeigt. Die Wertveränderungen werden in den Finanzerträgen und Finanzaufwendungen ausgewiesen. Der Ergebniseffekt der Wertveränderungen des Geschäftsjahres beläuft sich auf 25 T € (2005/2006: 176 T €).
Es bestehen folgende Restlaufzeiten:
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in T € |
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Restlaufzeit | ||
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Gesamt |
bis zu 1 Jahr |
1 bis 5 Jahre |
> 5 Jahre |
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Restlaufzeiten der Zinscaps |
150.000 |
50.000 |
100.000 |
0 |
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Restlaufzeiten der Zinsfloors |
150.000 |
50.000 |
100.000 |
0 |
Die Vorjahresvergleichszahlen sind jeweils in Klammern angegeben.
Darüber hinaus hat Wincor Nixdorf am 27. September 2006 einen Zinsswap über ein Nominalvolumen von 50.000 T € zu einem abgesicherten Zinssatz von 3,797 % bis zum 31. Juli 2012 abgeschlossen. Der Zinsswap verpflichtet Wincor Nixdorf, über die Laufzeit und auf das abgeschlossene Volumen einen festen Zins zu bezahlen. Als Ausgleich bekommt Wincor Nixdorf vom Kontrahenten des Zinsswaps eine Zahlung des aktuellen kurzfristigen Zinssatzes (EURIBOR). Hiermit sichert sich Wincor Nixdorf das Zinsniveau in Höhe des abgesicherten Zinssatzes von 3,797 % p.a. Die Zinsverpflichtungen durch die Aufnahme kurzfristiger Geldmittel (zum Beispiel im Rahmen der Revolving Facility) werden durch den Zinsswap in Verpflichtungen zu einem Festzinssatz umgewandelt. Somit ist das Unternehmen vor steigenden kurzfristigen Zinsen geschützt, profitiert aber im Gegenzug nicht von fallenden kurzfristigen Zinsen. Da die Sicherungsbeziehung als hochwirksam eingestuft wird, wird nach den Vorgaben des IAS 39 »Financial Instruments: Recognition and Measurement« ein Cashflow Hedge bilanziert. Der beizulegende Zeitwert, der sich aus der Bewertung zu Marktpreisen ergibt, beträgt zum Bilanzstichtag 1.556 T € (2005/2006: 92 T €) und ist erfolgsneutral unter Berücksichtigung von latenten Steuern in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital erfasst worden. Der Ausweis des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in den langfristigen sonstigen Vermögenswerten. Der Marktpreis ergibt sich aus entsprechenden Quotierungen von Kreditinstituten. Die Zinsanpassung erfolgt jeweils zum Quartalsende.
Ausfallrisiken.
Bei derivativen Finanzinstrumenten ist der Wincor Nixdorf-Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt, das durch die Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarungen seitens der Vertragspartner entsteht. Dieses Risiko wird dadurch minimiert, dass Geschäfte nur mit Vertragspartnern erstklassiger Bonität abgeschlossen werden.
Wincor Nixdorf versucht das Ausfallrisiko originärer Finanzinstrumente durch Handelsauskünfte, Kreditlimits und Debitorenmanagement einschließlich Mahnwesen und offensiven Inkassos zu verringern. Zur Absicherung von Forderungen gegenüber Kreditrisikoländern wie zum Beispiel Türkei, Ukraine, Kasachstan, Indien, Kenia und Nigeria werden Akkreditive eingesetzt.
