
5.700 Geldautomaten auf einer Software-Plattform.
Als beste Lösung der insgesamt vier Anbieter kristallisierte sich nach zahlreichen Tests die Lösungs- und Integrationssoftware ProClassic von Wincor Nixdorf heraus. Um ganz sicherzugehen, wurden in einem Pilotprojekt 60 Geldautomaten noch einmal auf den Prüfstand gestellt. »Schließlich wollen wir sukzessive alle 5.700 Geräte unseres Automatennetzwerks auf die neue Plattform umstellen«, erklärt Gloria Amelia Cervantes Ruiz, Subdirector für das ATM-Business und Direkt-Vertriebskanäle (Glossar) , das Vorgehen.
Diego Basurto freut sich, für HSBC erklärter
»Partner für Technologie und Innovation«
zu sein.
Im Mittelpunkt des Pilotprojekts stand daher zuerst die Überprüfung, ob alle ATMs mit der neuen Software die gleiche Verfügbarkeit, die gleichen Service-Levels und die gleichen Funktionalitäten besitzen. Mit einer einfachen Währungs-Wechselkurs-Abfrage wurde zudem die Web-Integration getestet, um den ersten Schritt hin zu einer komplett auf Web-Technologie basierenden Applikation zu wagen. Für Banking (Glossar) Manager Diego Basurto von Wincor Nixdorf Mexiko kein Problem: »Mit unserer Integrationslösung ProClassic können wir neue Produkte in kürzester Zeit und noch dazu kostensparend in allen Geräten implementieren.« Heute arbeiten insgesamt 1.500 Maschinen aus Paderborn mit einer zu 100 Prozent webbasierten Multivendor-Software-Plattform im (Automaten-)Netz von HSBC Mexiko. Und: »Wir haben inzwischen auch alle 1.500 Geldautomaten in unserer Service-Verantwortung«, fügt Diego Basurto hinzu.
Als nächster Schritt steht jetzt die Umrüstung der Fremdgeräte auf dem Programm. Zertifizierung, Tests und Evaluierung laufen bereits. Im kommenden Jahr sollen mehr als 2.000 ATMs eines anderen Anbieters mit der neuen Software ausgestattet sein. Die Herausforderung für die HSBC-Entwickler: »Wir müssen während der Migration sowohl mit der alten als auch mit der neuen Technologie arbeiten«, sagt Edgar Fragoso Rodriguez, bei HSBC Subdirector Development. »Aber es ist mehr als spannend, hier in Mexiko mit der ersten webfähigen Software-Plattform Neuland zu betreten.«
SB-Einzahlung gegen Schlangenbildung.
Vor eine ganz andere Herausforderung sah sich die HSBC Mexiko bei dem zweiten Projekt gestellt. Anfang 2005 hatte der Bereich ATM-Business eine Initiative gestartet, um die immer länger werdenden Schlangen an den Schaltern zu reduzieren. Da mit 50 Prozent aller dort getätigten Transaktionen Geld eingezahlt und Rechnungen beglichen werden, sollten diese auf Selbstbedienungs-Geräte übertragen werden. Grundvoraussetzung neben der Online-Verbuchung: Die Geräte müssen auch Münzen aufnehmen können und zudem Banknotenbündel – beides in großen Mengen – akzeptieren. Bei Tests in HSBC-eigenen Labors hatte Wincor Nixdorf dann zwei Vorteile auf seiner Seite. »Die Kapazität, die eine Bündelung von bis zu 400 Banknoten ermöglicht, sowie die Rate Acceptance von 90 Prozent«, wie HSBC-Projektleiterin Maria Luisa Reyes Juarez sagt.
Dies überzeugte nach einem Pilotprojekt mit zwei Maschinen auch die IT-Verantwortlichen bei HSBC Mexiko, die daraufhin 30 ProCash 3100xe mit Coin Deposit Sidecar bestellten. Im Verlauf des Jahres 2008 sollen mindestens 100 weitere Geräte hinzukommen. Das »Problem« der Einführung des mit dem Münzaufnehmer bislang einzigartigen Produkts löste die Bank so elegant wie effizient. Eigene Mitarbeiter übernahmen die Unterweisung der Kunden. Mit Erfolg. Längst schon gibt es zahlreiche Kunden, die die SB-Geräte jeder Transaktion am Schalter vorziehen, wie Umfragen ergaben. Mehr noch: Bis heute werden zehn Prozent der Geldeinzahlungen und Rechnungsbegleichungen einer Filiale an den Maschinen getätigt. Das kurzfristige Ziel besteht darin, 15 Prozent zu erreichen. Mittelfristig soll sogar noch mehr Selbstbedienung angeboten werden, damit sich die eigenen Filialmitarbeiter auf Kernkompetenzen wie Beratung konzentrieren können. Und um weiter expandieren zu können, denn mit den SB-Geräten kann die HSBC ihre Präsenz an bestimmten Orten ganz gezielt verstärken. »Den Marktanteil von 38 Prozent, den wir bei Auszahlautomaten haben, wollen wir auch mit Einzahlern erreichen«, so Gloria Amelia Cervantes Ruiz.
