Produktgeschäft.
Auf dem Gebiet der Hardware-Produkte für das Retailbanking entwickelte sich das Geschäft besser als erwartet.
Der größte Anteil am Produktgeschäft entfiel dabei auf Cash-Systeme. Dies sind im Wesentlichen Geldausgabeautomaten und automatische Kassentresore sowie High-End-Deposit-/Recycling-Systeme. Der Absatz insgesamt konnte gegenüber dem Vorjahr beträchtlich gesteigert werden. Treiber dafür waren vor allem Neuinstallationen in Wachstumsregionen ebenso wie Ersatzinvestitionen in entwickelten Märkten, unter anderem bedingt durch neue Sicherheitsanforderungen der Banken, die Umstellung auf einheitliche Standards bei Kreditkartensystemen (EMV –Europay, Master-, VISA-Card) oder Betriebssystemwechsel. Die Nachfrage nach monofunktionalen Systemen wurde zusätzlich getrieben durch Drittplatzinstallationen unabhängiger Betreiber (Off-Premises-Anbieter).
Die Vorteile deutlich erhöhter Skalen bei den mono- und multifunktionalen Geldausgabeautomaten erzeugten für uns weitere Kosten- und Preisvorteile. Der Anteil multifunktionaler Systeme ist dabei gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen. Da sich diese Systeme in einem höheren Preissegment bewegen, stiegen Umsatz und Ertrag zusätzlich.
Auch der Absatz automatischer Kassentresore und SB-Systeme im Umfeld »bedienter Selbstbedienung« stieg weiter. Besonders die Nachfrage nach High-End-Ausführungen nahm zu – zum Beispiel Systeme mit kombinierter Ein- und Ausgabefunktion oder Systeme, die mit der Ausgabe vorgangsbezogener elektronischer Karten eine »bediente Selbstbedienung« erlauben.
Mit einer erneuten Absatzsteigerung bei intelligenten Einzahlsystemen untermauerte Wincor Nixdorf seine starke Marktposition auf diesem Gebiet. Diese Deposit-/Recycling-Systeme gestalten Cash- und/oder Check-Prozesse in der Bankfiliale grundlegend neu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben weitere große Geldinstitute in Europa und Amerika in die ausgereifte Technologie des intelligenten Einzahlungsmoduls für die Geld- und Scheckverarbeitung (CCDM) investiert.
Das neue kompakte Recycling-Modell ProCash 4000 mit neuer Kassettentechnologie konnte erfolgreich in Deutschland und Asien platziert werden und verzeichnete in diesen Regionen eine hohe Nachfrage. Die neue Technologie vereinfacht Systemhandling, Befüllung und Leerung des Recycling-Systems.
Bei Non-Cash-Produkten dominierten erneut Bankenterminals für die Verlagerung von Routinevorgängen im Bankengeschäft auf SB-Anwendungen das Geschäft. Deren Absatz wurde deutlich gesteigert. Auch gelang es, mit modifizierten Bankenterminals und entsprechender Software das Lösungskonzept für die produzierende Industrie auszubauen (zum Beispiel die »Employee-Self-Services-Lösung« für alle Mitarbeiter ohne direkten Intranet-Zugang).
Das Geschäft mit Beleg- und Dokumentendruckern blieb auf einem unverändert hohen Niveau. Aufgrund seiner Schnelligkeit und Verlässlichkeit gilt der Dokumentendrucker HighPrint weltweit als anerkanntes Produkt bei den Kunden.
Solutions/Services.
Einen erneuten beträchtlichen Anstieg verzeichnete das dienstleistungsorientierte Geschäft des Segments.
Software-Lösungen und Dienstleistungen legten dabei deutlich zu. Besonderen Anteil an diesem Geschäftswachstum hatten die netzzentrierten Software-Anwendungen wie die Software-Architektur ProClassic/Enterprise oder die Multivendor-Plattform-Software ProClassic.
Stark nachgefragt wurden auch Software-Angebote zur Erhöhung der Sicherheit sowie zur laufenden Kontrolle der SB-Systeme. Beides leistet die Überwachungssoftware ProView, die Manipulationen identifiziert und meldet sowie das einwandfreie Funktionieren des Systems im laufenden Betrieb überwacht.
Mit einer weiteren stark nachgefragten Lösung aus Software und speziellen Sensoren wird das gesamte Umfeld der Karteneingabe auf nachträglich eingebaute Vorsatzgeräte überprüft (Anti-Skimming).
Im Rahmen der von vielen Geldinstituten forcierten Neukonzeption ihrer Filialen haben wir darüber hinaus erfolgreich intelligente und multifunktionale Konzepte für die Kundenansprache mitgestaltet und umgesetzt. Dabei kam die Analysesoftware Branch Optimizer bevorzugt zum Einsatz. Sie simuliert und analysiert die Verlagerung von Transaktionsprozessen in den Filialen auf SB-Systeme und gibt Aufschluss über effizientere und profitablere Filialprozesse bereits im Vorfeld einer möglichen Implementierung.
Das Services-Geschäft mit Banken ist kräftig gewachsen, besonders in Deutschland, Europa und Asien. Durch den weiteren Aufbau eigener Ressourcen und durch Leistungen von Partnern konnte die Qualität der Services erhöht und durch Prozessverbesserungen die Leistungskraft produktnaher Services gesteigert werden.
Das Netzwerk der weltweiten Service-Partner haben wir kontinuierlich ausgedehnt, um eine flächendeckende Betreuung unserer Kunden im Bankenbereich sicherzustellen. So haben wir zum Beispiel in den USA unsere ServiceOrganisation verstärkt und sind damit in einer Vielzahl von Bundesstaaten präsent.
Das Outsourcing-Geschäft gewann im Berichtsjahr weiter an Bedeutung mit erstmals gestarteten oder weiterentwickelten Outsourcing-Projekten. Dabei profitiert Wincor Nixdorf von seinen Erfahrungen im Bereich SB, im Service und in der IT-Betriebsführung. Ein für Deutschland neues Modell war die Gründung der Wincor Nixdorf Portavis GmbH, die mit Beginn des Geschäftsjahrs ihren Betrieb aufnahm. In dieses Joint Venture unter operativer Führung von Wincor Nixdorf haben die beiden Partner Hamburger Sparkasse und Sparkasse Bremen den Betrieb aller ihrer dezentralen IT-Systeme inklusive Medientechnik und Netzen ausgelagert.

