Weltwirtschaftliche Entwicklung


Insgesamt setzte die Weltwirtschaft im Berichtszeitraum ihr deutliches Wachstum aus dem erfolgreichen Jahr 2005 fort. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum für das Jahr 2006 von 4,8 % auf 5,1 % angehoben. Trotz dieser positiven Aussicht hat der IWF gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die Risiken durch globale Ungleichgewichte größer geworden sind. Vor allem die hohen Öl- und Rohstoffpreise und eine höhere Inflation, besonders in den USA, könnten das Wirtschaftswachstum dämpfen.

Positiv entwickelt hat sich auch die Wirtschaft im Euroraum. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD = Organization for Economic Co-operation and Development) hat in einem Zwischenbericht die Wachstumsprognose für 2006 von bisher 2,2 % auf 2,7 % angehoben. Der Euroraum profitiert davon, dass in den beiden großen Volkswirtschaften Frankreich und Deutschland die Binnennachfrage steigt und die Arbeitslosigkeit zurückgeht. Die Arbeitslosenquote in den zwölf Mitgliedsstaaten der Währungsunion ist erstmals seit 2001 unter 8 % gefallen. Zum ersten Mal seit Jahren hat die Wirtschaft im Euroraum im zweiten Quartal 2006 stärker zulegen können als in den USA.

Zu den Motoren des wirtschaftlichen Wachstums in Europa zählte Deutschland. Die deutsche Wirtschaft ist so stark gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2006 um 1,0 % höher als im Vorjahreszeitraum. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognose für das BIP von 2,1 % auf 2,4 % erhöht; die OECD geht von einem Wachstum von 2,2 % (vorher 1,8 %) aus.

Die US-Konjunktur hat im Jahr 2006 deutlich an Fahrt verloren. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, schwächte sich das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal auf 2,6 % ab. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 5,6 % zugelegt. Der Inflationsdruck in der weltgrößten Volkswirtschaft ist anhaltend hoch. Die auf Basis der Kosten für die Konsumausgaben berechneten Verbraucherpreise (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) stiegen um 2,7 %. Dies war der stärkste Anstieg seit Anfang 2001. Im ersten Quartal hatte die Steigerungsrate noch bei 2,1 % gelegen.

Das starke Wachstum in Asien hat sich weiter fortgesetzt. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) prognostiziert, dass die Volkswirtschaften Asiens im Jahr 2006 um durchschnittlich 7,7 % wachsen werden. Besonders stark sollen hier China und Indien zulegen. Für China erwartet die ADB ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 10,4 %.

(Quellen: Internationaler Währungsfonds [IWF], Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung [OECD], Institut für Weltwirtschaft [IfW], Asiatische Entwicklungsbank [ADB])

Währungsentwicklung.
Der Euro hat in den vergangenen zwölf Monaten gegenüber dem US-Dollar (USD) an Wert zugelegt. Zu Beginn des Geschäftsjahrs 2005/2006 kostete ein Euro rund 1,20 USD. Nach einem Rückgang im November 2005 auf unter 1,17 USD erreichte der Euro Ende Mai 2006 den Höchstkurs von 1,29 USD. Zum Geschäftsjahresende lag der Kurs bei knapp 1,27 USD.