Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Der Konzernzwischenbericht der Wincor Nixdorf AG wurde in Übereinstimmung mit den Vorschriften des International Accounting Standards Board (IASB) und den Verlautbarungen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt. Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2005/2006 hat die Wincor Nixdorf AG die im Rahmen des „Improvement-Projektes“ des IASB überarbeiteten Standards verpflichtend anzuwenden. Die erstmalige Anwendung der geänderten International Financial Reporting Standards hat im Wesentlichen die folgenden Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Wincor Nixdorf AG zum 30. Juni 2006:
IAS 1 „Presentation of Financial Statements“. Bedingt durch die Überarbeitung des IAS 1 ist die Bilanz nach Fristigkeiten zu strukturieren. Es erfolgt eine Unterteilung in lang- und kurzfristige Vermögenswerte bzw. Schulden sowie Eigenkapital, wobei im Eigenkapital nunmehr auch die Anteile in Fremdbesitz gezeigt werden.
Kurzfristige Vermögenswerte sind solche Vermögenswerte,
- die sich innerhalb des normalen Geschäftszyklus des Unternehmens umschlagen,
- die primär zu Handelszwecken gehalten werden,
- deren Realisation innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird oder
- bei denen es sich um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente handelt.
Kurzfristige Schulden sind solche Schulden,
- deren Erfüllung im Rahmen des normalen Geschäftszyklus erwartet wird,
- die primär zu Handelszwecken gehalten werden,
- die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden oder
- bei denen das Unternehmen kein uneingeschränktes Recht zur Verschiebung der Erfüllung der Verpflichtung um mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag hat.
Diese Abgrenzung führt zu einer Veränderung der Bilanzgliederung der Wincor Nixdorf AG im Geschäftsjahr 2005/2006. Die Konzernbilanz zum 30. September 2005 ist entsprechend angepasst worden. Es ergibt sich eine Aufteilung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Vermögenswerte, der sonstigen Rückstellungen, der Finanzverbindlichkeiten und der sonstigen Verbindlichkeiten in lang- und kurzfristige Bestandteile. Zudem sind bislang unter den Vorräten Ersatzteile ausgewiesenworden, die im Servicegeschäft genutzt werden. Diese werden in reparable und sonstige Ersatzteile aufgeteilt. Fallen reparable Teile der Wincor Nixdorf-Produkte aus, werden sie im Rahmen eines Logistik- und Reparaturprozesses durch Wincor Nixdorf oder andere Dienstleister aufgearbeitet und dem Ersatzteilbestand wieder zugeführt. Die reparablen Ersatzteile werden branchentypisch erstmalig als langfristig dargestellt. Weiterhin werden die Rechnungsabgrenzungsposten unter den sonstigen Vermögenswerten bzw. sonstigen Verbindlichkeiten gezeigt.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen. Im Juni 2006 hat Wincor Nixdorf im Rahmen eines Contractual Trust Arrangement Planvermögen im Sinne von IAS 19 durch die Übertragung von Vermögenswerten auf einen eingetragenen Verein (Wincor Nixdorf Pension Trust e. V.) geschaffen. Dieses dem Verein als unabhängigem Pensionsfonds zustehende Planvermögen dient der Finanzierung der Pensionsverpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Deutschland. Das Planvermögen, das zu Verkehrswerten auf den Verein übertragen wurde, unterteilt sich in Anteile an einer Immobiliengesellschaft (T€ 14.499), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (T€ 30.069) sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (T€ 56.000). Das Planvermögen ist mit den entsprechenden Pensionsverpflichtungen in der Konzernbilanz zum 30. Juni 2006 saldiert worden. Darüber hinaus hat Wincor Nixdorf im dritten Quartal 2006 Teile der betrieblichen Altersversorgung von Renten- auf Kapital- oder Ratenzahlungen umgestellt. Diese Anpassung führt zu einer Änderung des Ansatzes der Pensionsverpflichtungen zum 30. Juni 2006.
Aktienoptionsprogramm. Am 2. Juni 2006 ist die Haltezeit für das Aktienoptionsprogramm 2004 abgelaufen. Von den 212.500 ausgegebenen Aktienoptionen sind 198.500 ausgeübt worden. Zum Zeitpunkt der Ausübung betrug der durchschnittliche Aktienkurs 97,88 €. Die Ablösung der Aktienoptionen ist über die Zuteilung von Aktien (7.250 Aktienoptionen), die am Markt erworben wurden, und Barausgleich (191.250 Aktienoptionen) vorgenommen worden (keine Veränderung der Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien). Der hierauf entfallende Aufwand ist ergebnisneutral im Eigenkapital verrechnet worden.
Darüber hinaus gelten für diesen Konzernzwischenbericht, der nach den Vorschriften des IAS 34 „Interim Financial Reporting“ erstellt wurde, mit Ausnahme der oben beschriebenen Abweichungen die gleichen Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze und Berechnungsmethoden wie für den Konzernjahresabschluss zum 30. September 2005. Eine Darstellung der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ist im Einzelnen im Anhang des Konzernabschlusses zum 30. September 2005 erläutert.

