14.12.07
Wincor Nixdorf integriert behinderte Mitarbeiter der Caritas-Schlosswerkstätten in Fertigung
Seit einem halben Jahr haben 27 behinderte Mitarbeiter der Caritas Schlosswerkstätten ihren Arbeitsplatz in der Geldautomatenfertigung von Wincor Nixdorf. Das Integrationsprojekt, dass vor rund 18 Monaten gestartet und seitdem sukzessive ausgebaut wurde, ist für die Verantwortlichen sowohl bei Wincor Nixdorf als auch bei der Caritas ein Erfolgsmodell. „Mit der Vorstellung dieses Projektes wollen wir auch andere Unternehmen für eine Zusammenarbeit interessieren“, sagt Klaus-Heiner Kaufmann, Geschäftsführer der Caritas Wohn- und Werkstätten.
Bereits seit Mitte 2006 arbeiten Mitarbeiter der Schlosswerkstätten in Schloß Neuhaus für Wincor Nixdorf. Zunächst wurden Module in den Schlosswerkstätten montiert. Um den logistischen Aufwand, der durch den Transport der Einzelteile zu den Werkstätten und den Rücktransport der fertigen Module zurück in die Fertigung von Wincor Nixdorf entstanden war, zu minimieren, entschlossen sich Verantwortliche bei Caritas und Wincor Nixdorf nach Wegen zu suchen, Mitarbeiter direkt in den Produktionsprozess bei Wincor Nixdorf zu integrieren.
„Aufgrund des hohen logistischen Aufwandes war die Integration eine notwendige und aus heutiger Sicht richtige Entscheidung“, sagt Dr. Bernard Motzko, bei Wincor Nixdorf weltweit für die Produktion verantwortlich. Zuverlässigkeit, Termintreue und höchster Qualitätsanspruch waren von Anfang an eine selbstverständliche Anforderung im Projekt. In der Zwischenzeit haben die Behinderten gemeinsam mit ihren Betreuern sogar Vorrichtungen entwickelt, um die Qualität weiter abzusichern.
Die Umsetzung der Idee von der Verlagerung der Jobs in die Produktion von Wincor Nixdorf forderte von beiden Seiten Kreativität und Engagement. Wincor Nixdorf musste die Produktionsprozesse an die Potenziale der „neuen Kollegen“ anpassen. Heute steht das gemeinsame Projekt als Modell dafür, dass in Unternehmen beschäftigte behinderte Menschen bei entsprechender Arbeitsorganisation nahtlos integriert werden können. Von anfangs acht wurde die Zahl der Mitarbeiter auf heute 27 behinderte Mitarbeiter gesteigert. Weitere rund 40 Mitarbeiter arbeiten in fünf verschiedenen Betriebsstätten der Schlosswerkstätten an Aufträgen, die Wincor Nixdorf an die Caritas vergeben hat.
Die 27 Mitarbeiter, die in die Fertigung bei Wincor Nixdorf integriert sind, erhalten per EDV ihre Betriebsaufträge, disponieren Produktionsmaterial und liefern die gefertigten Baugruppen in die Produktionslinie. Der Nutzen sei vielfach, so Klaus-Heiner Kaufmann:“ Für das Unternehmen, die Gesellschaft, aber besonders für die behinderten Menschen, die mit gesteigertem Selbstwertgefühl und hoher Motivation nun ihre Arbeit unterstützt von Fachkräften der Werkstatt in einem namhaften Unternehmen verrichten können.“
Wincor Nixdorf und seine Vorgängerunternehmen kooperieren traditionell mit Behindertenwerkstätten in der Region. Bereits seit 32 Jahren besteht die Zusammenarbeit mit der Intec in Bad Driburg. Heinz Nixdorf war einer der Gründungsgesellschafter der Intec.
