28.07.05

Verhandlungsergebnis für Wincor Nixdorf erzielt

Die Verhandlungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Wincor Nixdorf-Standorte und zur Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland sind abgeschlossen. Unternehmensleitung und IG Metall haben sich auf eine erweiterte Flexibilisierung der Arbeitszeit im Tarifkreis auf bis zu 132 Stunden pro Jahr und Mitarbeiter geeinigt. Die Wincor Nixdorf International GmbH wird im Gegenzug ihre hohen Investitionen am Standort Deutschland fortsetzen sowie auf betriebsbedingte Kündigungen bis zum 30. September 2008 verzichten.

Das Verhandlungsergebnis für die Wincor Nixdorf International GmbH mit Sitz in Paderborn soll in einem Ergänzungstarifvertrag, zwischen dem zuständigen Arbeitgeberverband, Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen e. V., und der IG Metall Bezirksleitung Nordrhein-Westfalen niedergelegt werden. Der durch eine Betriebsvereinbarung ergänzte und konkretisierte Vertrag soll zum 1. Oktober 2005 in Kraft treten und eine Laufzeit bis zum 30. September 2007 haben. Bis zum Abschluss des Ergänzungstarifvertrages unterliegt die Verhandlungseinigung noch einer bis Anfang September 2005 vereinbarten Erklärungsfrist.

Die Verhandlungseinigung zur Arbeitszeit stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Wincor Nixdorf, da derzeit mehr als die Hälfte der weltweit über 6.700 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt ist. Sie erlaubt, sich flexibler auf die Anforderungen der internationalen Märkte einzustellen, in denen Wincor Nixdorf bereits 70% seines Umsatzes erwirtschaftet. Das Unternehmen wird auch zukünftig den Großteil seines Geschäftszuwachses außerhalb Deutschlands erzielen, davon mit zunehmendem Anteil in weltwirtschaftlichen Wachstumsmärkten.

"Wir müssen die Chancen der Globalisierung nutzen und uns gleichzeitig den Herausforderungen stellen. Dabei setzen wir auch zukünftig auf anspruchsvolle und leistungsfähige Arbeitplätze in Deutschland, die wettbewerbsfähig sein müssen. Nur auf dieser Grundlage können wir weiterhin auf hohem Niveau in die anspruchsvolle technologische Entwicklung und Fertigung in Deutschland investieren", erläutert Karl-Heinz Stiller, Vorstandsvorsitzender der Wincor Nixdorf AG, das Bestreben der Unternehmensleitung, die Beschäftigungsbedingungen an den deutschen Standorten zu verändern. In Verbindung mit der vereinbarten Flexibilisierung werde das Unternehmen daher entsprechend der Verhandlungseinigung mindestens 85. Mio. Euro je Geschäftsjahr in Deutschland in die Entwicklung und in Sachanlagen investieren, um den Standort zu stärken.

Ziel der Fertigungsstrategie sei eine Entflechtung der Entwicklung und Produktion von innovativen technologisch sehr anspruchsvollen und hochpreisigen "high-end-Lösungen" mit Schwerpunkt in Deutschland, sowie standardisierten Systemen in hoher Stückzahl (low-end-Systeme), deren Fertigung auch in Nähe der Kunden in Wachstumsregionen erfolgt. Karl-Heinz Stiller: "Wir brauchen eine wettbewerbsfähige globale Fertigungsstruktur. Gute Voraussetzungen dafür sind mit unseren Hauptproduktionsstandorten in Deutschland, Singapur und China geschaffen." Wincor Nixdorf stelle sich zudem auf die Fertigung mit verminderter Fertigungstiefe in weiteren Wachstumsregionen wie Brasilien und Indien ein. Damit werde die Erschließung der dortigen Märkte gesichert und verschärften Einfuhrbedingungen begegnet. Nicht zuletzt sollen über die weltweite Fertigung und den internationalen Einkauf Wechselkursschwankungen zwischen den US-Dollar- und Euro-Zonen abgefedert werden.

Mit In-Kraft-Treten des Ergänzungstarifvertrages werden die bislang aus der Wincor Nixdorf Dienstleistungsgesellschaft GmbH entliehenen Mitarbeiter in die Wincor Nixdorf International GmbH zu deren Tarifbedingungen übernommen.